Konzern legt Bezüge der Führungsetage offen
Schering will Profit deutlich steigern

Nach dem Rekordjahr 2004 sieht sich der Berliner Pharmakonzern Schering auf gutem Weg zur angestrebten Steigerung seiner Profitabilität bis 2006.

HB BERLIN. „Wir sind unserem Ziel, im Jahr 2006 eine operative Marge von 18 Prozent zu erreichen, deutlich näher gekommen“, sagte Schering-Finanzvorstand Jörg Spiekerkötter bei der Vorstellung der Bilanz 2004. Voraussetzung dafür sei ein Euro-Kurs von rund 1,20 US-Dollar, derzeit liegt der Euro bei 1,30 Dollar. 2004 lag die Marge bei 15,5 Prozent. Eine konkrete Ergebnisprognose für 2005 gab Schering zunächst nicht. Der Umsatz soll in diesem Jahr in Landeswährungen gerechnet im mittleren, einstelligen Bereich steigen.

Das umsatzstärkste Präparat von Schering, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, solle weiter wachsen, hieß es nur. Im Herbst hatte der Konzern erklärt, die Zeiten zweistelligen Wachstums seien bei Betaferon wegen der starken Konkurrenz vorbei. Vor wenigen Tagen mussten die Biotech-Firmen Biogen und Elan allerdings ihr konkurrierendes Präparat Tysabri nach einem Todesfall vom Markt nehmen. Dies könnte Betaferon zu Gute kommen.

In seinem Geschäftsbericht kündigte der drittgrößte deutsche Pharmakonzern an, die Investitionen würden in diesem und den nächsten beiden Jahren bei je 240 Millionen Euro liegen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung würden auch 2005 bei 19 Prozent vom Umsatz liegen.

Der drittgrößte deutsche Pharmakonzern hat erstmals die detaillierten Gehälter von Vorstand und Aufsichtsrat offengelegt. Aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht geht hervor, dass Vorstandschef Hubertus Erlen im vergangenen Jahr 2,559 Millionen Euro verdient hat. Die Bezüge der fünf anderen Vorstände, die das ganze Jahr über dabei waren, bewegen sich zwischen 1,9 und 2,3 Millionen Euro.

Der Aufsichtsratsvorsitzende und frühere Schering-Chef Giuseppe Vita bekam 368 000 Euro. Insgesamt wurden an das Kontrollgremium knapp 2,8 Millionen Euro gezahlt. Mit der Veröffentlichung kam Schering den Forderungen der so genannten Cromme-Kommission für Unternehmensführung nach. Erlen war vor zwei Jahren der erste Chef eines Dax-Unternehmens, der sein genaues Gehalt veröffentlicht hatte.

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