Konzern mit Schwächen
Der riskante Neustart von GM

Eineinhalb Jahre nach der Insolvenz versucht der US-Autogigant General Motors (GM) ein Comeback an der Börse. Die Aktie ist bei den Investoren stark gefragt, kurzfristig wurden Ausgabevolumen und Preisspanne erhöht. Doch Autoexperten warnen vor zu viel Euphorie.
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Ein Wort genügte, um die Atmosphäre im US-Kongress zu vergiften. "Privatjet", antwortete Rick Wagoner, damals Chef von General Motors, auf die Frage, wie er denn nach Washington gekommen sei. Wagoner wollte für die staatliche Rettung des insolventen amerikanischen Autoriesen werben.

"Privatjet" - das stand für Verschwendung und Größenwahn. Und damit für das Elend der US-Autoindustrie. Nicht nur die Abgeordneten waren empört. Bei allen weiteren Anhörungen musste der GM-Boss den Weg von Detroit ins 845 Kilometer entfernte Washington im Mittelklassewagen zurücklegen.

Jetzt, zwei Jahre später, werden bei GM wieder Privatjets geflogen. Wagoners Nachfolger Dan Akerson hat eigens für sein Finanzteam einen Learjet gechartert. Die kleine Gruppe der Finanzexperten flog in den vergangenen Wochen um die Welt, um bei Investoren gute Stimmung für die morgen anstehende Rückkehr an die Börse zu machen.

Der Einsatz hat sich gelohnt: Ursprünglich hatte GM den Verkauf von 365 Mio. Aktien beantragt in einer Preisspanne von 26 bis 29 Dollar je Stück, Am Mittwoch teilte der Konzern in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC mit, es sollten nun 478 Mio. Stammaktien in einer Preisspanne von 32 bis 33 Dollar je Stück ausgegeben werden. Zudem seien Vorzugsaktien im Wert von insgesamt mehr als vier Mrd. Dollar geplant. Damit könnte sich das Volumen des IPO auf 22,7 Mrd. Dollar belaufen und wäre der bisher größte seiner Art.

GM präsentierte den Investoren schöne Zahlen: Im dritten Quartal wies der Konzern wieder einen Gewinn von zwei Mrd. Dollar aus. Damit erlöste GM je verkauftes Fahrzeug im Durchschnitt rund 1 000 Dollar. Zum Vergleich: VW erlöst 1 500 Dollar pro Fahrzeug.

Doch es gibt auch Skeptiker. Das "Projekt Morgendämmerung" - so hat GM den geplanten Börsengang genannt - birgt nicht unerhebliche Risiken für die Investoren.

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  • Man nehme einen Weihnachtsmann, binde ihm einen Sack mit 600 Mrd. $ auf den Rücken und fahre ihn vor das Tor der börse in der Wall-Street.
    Tja, da geht er dann wohl rein und gibts aus.

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