Konzern plant Ergebnissteigerung
"VW-Turnaround auf wackeligen Beinen"

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr und einem schwachen Start ins laufende Jahr will der Wolfsburger Autobauer Volkswagen nun die Talfahrt stoppen und gestützt auf zahlreiche Modellneuheiten sowie den harten Sparkurs das Ergebnis 2005 wieder verbessern. Analysten sind jedoch skeptisch.

HB WOLFSBURG. „Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen des Jahres 2005 wird sich gegenüber 2004 verbessern - um wieviel, hängt von heute nicht prognostizierbaren externen Umständen ab“, teilte Europas größter Autobauer am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr hatte VW operativ 1,62 Mrd. € verdient. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder äußerte sich in Wolfsburg zuversichtlich, das mit dem Programm „ForMotion“ verbundene Sparziel von 3,1 Mrd. € in diesem Jahr zu erreichen. Zudem hofft VW, mit neuen Modellen die schleppende Nachfrage anzukurbeln. Das operative Ergebnis im ersten Quartal werde aber nicht befriedigend ausfallen, warnte VW. So bleibe die Lage auf den wichtigen Automärkten Deutschland, USA und China schwierig. Zudem halte der Preisdruck und die Belastung durch anziehende Rohstoffpreise an. „Die Problematik der ansteigenden Rohstoffpreise, allen voran für Stahl, wird sich auch in diesem Jahr weiter verschärfen“, sagte Konzernchef Bernd Pischetsrieder auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Wolfsburg.

Analysten und Händler bewerten den Ausblick negativ. „Der Ausblick für das erste Quartal war nicht berauschend. VW ist eine Turnaround-Geschichte, die auf wackeligen Beinen steht“, urteilte ein Händler. Michael Raab vom Bankhaus Sal. Oppenheim sagte: „Die Ausdrucksweise ist fast gleichbedeutend mit einer Gewinnwarnung für das erste Quartal.“ Die im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte VW-Aktie büßte angesichts des vagen Ausblicks 2,3 % auf 36,48 € ein und waren damit größter Verlierer in dem Börsenbarometer.

In den beiden ersten Monaten des Jahres lieferte der Konzern weltweit 687 000 Fahrzeuge an Kunden aus, 0,5 % weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. VW begründete den Rückgang mit dem schwachen China-Geschäft. Auf dem chinesischen Markt habe VW 33 000 Autos weniger ausgeliefert, in anderen Märkten sei der Absatz dagegen insgesamt um 30 000 Einheiten gestiegen.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Volkswagen-Konzern in China neu auszurichten, um unsere Marktführerschaft zu behaupten und von der wachsenden Nachfrage in China deutlicher zu profitierten“, versprach Pischetsrieder. Der Absatz von VW auf dem boomenden chinesischen Markt war im vergangenen Jahr gegen den Trend zurückgegangen. Der anteilige operative Gewinn aus den beiden Gemeinschaftsunternehmen in China hatte sich auf 222 von 561 Mill. € mehr als halbiert. Die Neuausrichtung umfasse alle Geschäftsprozesse, sagte Pischetsrieder.

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