Konzern plant Offensive mit neuen Modellen
Sony erwartet fallende Preise für Flachbild-TV

Die Konsumenten können sich angesichts harten Wettbewerbs auf weiter fallende Preise für Flach- TV-Geräte freuen. Mit neuen Modellen und aggressiven Preisen will Branchenriese Sony in Europa seine alte Spitzenposition zurückerobern.

BERLIN. 2005 werden „wir 30-Zoll-Einsteigergeräte von A-Marken für unter 1 000 Euro sehen“, verspricht Andreas Ditter, Director TV-Marketing für Sony Europe. Als „A-Marke“ bezeichnet sich Sony selber, aber auch Firmen wie etwa Philips, Panasonic oder Loewe fallen darunter. „No-Name-Geräte“ in der 30-Zoll-Klasse (76 cm Bilddiagonale) dürften schon dieses Weihnachten unter die Schwelle von 1 000 Euro rutschen, sagte Ditter am Rande der Messe E/home in Berlin. Ausschlaggebend für den Preisdruck sei, das es erstmals ein Überangebot an Displays gebe.

Im nächstes Jahr wird laut Ditter das von Sony gemeinsam mit Samsung errichtete Display-Werk in Korea in Betrieb gehen. „Die magische Schwelle zum Massenmarkt wird erreicht, wenn 32-Zoll-Geräte um 1000 Euro kosten,“ meint Ditter. Diese Größe (82 cm Diagonale) gilt als Massenformat der Zukunft. In der neuen Fabrik könnten gerade sie besonders effizient produziert werden. Doch bis dahin ist der Weg noch weit: Für das aktuelle 32-Zoll-Modell (KLV-L32M1) wurde die Preisempfehlung gerade erst von 4 000 auf 3 000 Euro gesenkt.

Sony reagiert nicht zuletzt auf die anhaltend scharfe Konkurrenz: „Wir haben sogar hohe Backorders (Lieferrückstände) und sehen im Moment keinen Preisdruck bei LCD-TV“, sagt etwa Hans-Joachim Kamp, Deutschland-Geschäftsführer von Philips. Philips hat nach eigenen Angaben 19,8 Prozent am gesamten deutschen Flat-TV-Markt.

Bei seiner Herbstoffensive wird Sony-Mann Ditter auch einen alten Bekannten wieder treffen. Frank Bolten, nach nur zwei Jahren Anfang 2004 als Vertriebschef Consumer- Audio/Video bei Sony Deutschland ausgeschieden, hat jetzt die Geschäftsführung bei Sharp-Deutschland übernommen. Sharp ist nach Stückzahlen Marktführer bei LCD und hatte im ersten Halbjahr 2003 einen Marktanteil von gut 32 Prozent gehabt. Im laufenden Jahr schrumpfte er aber auf rund 24 Prozent.

Auch Wettbewerber wie Panasonic machen Druck: Erst im Juli wurden die Preise für Plasma-Geräte um im Schnitt um 25 Prozent gesenkt, bestätigt Uwe Paul, Vertriebsleiter bei Panasonic Europe. Wie alle Marktteilnehmer hatte sich Panasonic mehr von der Europameisterschaft und Olympia versprochen. Doch der Absatz war hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Paul: „Für die LCD-Geräte sehen wir ebenfalls noch eine leichten Anpassung zum Weihnachtsgeschäft.“

Insgesamt wächst der Markt für Flachbildschirme rapide: Nach Branchenschätzungen werden dieses Jahr rund 550 000 LCD- und Plasma- Fernseher sowie rund 4,8 Millionen Röhrenfernseher in Deutschland verkauft. Ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Unternehmen wächst ebenfalls rapide: Machten Flat-TV- Geräte 2001 noch zwölf Prozent des TV-Umsatzes bei Sony aus, sollen des 2005 bereits 43 Prozent sein.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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