Konzern-Sanierung
GM bittet deutsche Opel-Belegschaft zur Kasse

Die deutschen Opel-Mitarbeiter sollen nach den Vorstellungen des Mutterkonzerns GM die Hauptlast des Sparbeitrags der Arbeitnehmer von 265 Millionen Euro pro Jahr tragen. Das geht aus dem vorläufigen Konzept des Konzerns hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Weil der US-Konzern Geld braucht, gibt er außerdem die Kontrolle des China-Geschäfts ab.
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FRANKFURT/BERLIN. Dem Konzept zufolge wollen die Amerikaner den deutschen Mitarbeitern etwa 177 Mio. Euro an Einsparungen aufbürden, etwa durch den Wegfall von übertariflichen Leistungen. Knapp 70 Prozent des Sparbeitrags sollen also allein von den rund 25 000 Beschäftigten in Deutschland kommen. Sie machen etwa die Hälfte der Belegschaft in Europa aus.

Die Belegschaft hatte dem abgewiesenen Opel-Interessenten Magna bereits Zusagen über ein Sparpaket von 265 Mio. Euro gegeben, diese aber von dem Eigentümerwechsel zu dem austro-kanadischen Zulieferer abhängig gemacht.

Deutschland hält damit bei den Verhandlungen über die Finanzierung der Opel-Sanierung ein Faustpfand in der Hand. Denn ohne die Zustimmung der deutschen Belegschaft und neue Finanzhilfen von Bund oder Opel-Ländern dürfte es GM kaum möglich sein, die angestrebte 3,3 Mrd. teure Restrukturierung zu stemmen. Opel-Chefsanierer Nick Reilly kündigte am Donnerstag an, bis Mitte Dezember einen Plan für den Rüsselsheimer Autobauer vorzulegen.

Bereits Anfang der Woche hatte GM der Bundesregierung dargelegt, dass die Amerikaner insgesamt Staatshilfen von 2,7 Mrd. Euro anstreben. Bisher sind aber offenbar lediglich Zusagen über 700 Mio. Euro von den europäischen Regierungen in Polen, Großbritannien und Spanien abgegeben worden. Die EU-Wirtschaftsminister wollen sich heute auf einem Treffen in Brüssel mit dem Restrukturierungsplan von Opel beschäftigen und auch über Staatshilfen beraten.

Erst 2012 erwartet GM wieder schwarze Zahlen in Europa

Reilly entwirft in seinem neuen Opel-Konzept einige optimistische Annahmen für die Zukunft der Rüsselsheimer. So geht GM davon aus, den Marktanteil im Europageschäft in den nächsten Jahren leicht steigern zu können und zeitweise über die Sieben-Prozent-Marke zu schieben. Auch der Nettoumsatz soll bereits 2011 von derzeit rund 23 Mrd. Dollar auf deutlich 26,9 Mrd. Dollar steigen und bis 2014 weiter auf 32,1 Mrd. Dollar klettern. Im nächsten und im übernächsten Jahr rechnet GM allerdings noch mit harten Zeiten. Das Ergebnis vor Steuern werde jeweils im Minus liegen. Erst 2012 erwarten die Amerikaner mit 993 Mio. Dollar wieder einen deutlichen Vorsteuergewinn. 2014 soll dann ein Ergebnis vor Steuern von 1,288 Mrd. Dollar eingefahren werden.

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