Konzern setzt auf Tastbildschirme
Börse feiert Baldas Europa-Abschied

Der Handyausrüster Balda gibt seine Produktionen in Europa weitgehend auf. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone geraten war, folgt damit seinen Kunden endgültig nach Asien. Die verbliebenen europäischen Werke sollen möglichst noch 2007 verkauft werden. Die Titel des im SDax-notierten Unternehmens konnten ordentlich zulegen.

HB DÜSSELDORF. Die Werke in Deutschland und Ungarn mit 650 eigenen Mitarbeitern und 250 Zeitarbeitern sollen noch in diesem Jahr verkauft werden, wie Balda am Freitag mitteilte. Es gebe bereits Interessenten. Allein die kleine Sparte Medizintechnik mit einem Umsatz von rund 25 Mill. Euro und der Sitz der Holding blieben in Bad Oeynhausen, sagte Firmenchef Joachim Gut.

Balda will sich auf das gewinnträchtige Geschäft mit Tastbildschirmen (Touchscreens) konzentrieren. Die fortgeführten Aktivitäten sollen wie geplant 2007 Gewinn abwerfen, für 2008 kündigte Gut weiteres Wachstum an. Der Verkauf soll zudem für Einsparungen sorgen. Im vergangenen Jahr erlöste Balda mit weltweit 8500 Mitarbeitern 371 Mill. Euro und verbuchte einen Verlust von 42 Mill. Euro.

An der Börse kam der angekündigte Verkauf der deutschen Werke gut an. Die Balda-Aktien hatten bis zum Mittag fünf Prozent an Wert gewonnen und gehörten zu den größten Gewinnern im SDax. „Der Schritt ist folgerichtig nach der erkennbaren Schwäche des Bereichs im Halbjahr“, sagte ein WestLB-Analyst.

Da die großen Mobiltelefonunternehmen inzwischen ihre Fertigung nach Asien verlagert haben, war Baldas Europa-Geschäft in den vergangenen Monaten eingebrochen. Zuletzt machte der Bereich nur noch ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Er werde im dritten und vierten Quartal rote Zahlen schreiben, so Balda.

Das Unternehmen hatte sich bereits 2006 von Firmenteilen und damit von 1000 seiner 1600 Mitarbeiter in Deutschland getrennt. Der Zulieferer reagierte damit unter anderem auf die Pleite seines Kunden BenQ Mobile. Erst im vergangenen Jahr war Balda in das Touchscreen-Geschäft eingestiegen und hatte zu Jahresbeginn mit dem neuen Handy iPhone von Apple den ersten Großauftrag in dem Bereich an Land gezogen.

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