Konzern spricht mit Thyssen-Krupp und HDW über Zusammenarbeit, um Geschäft mit Marineelektronik zu sichern
Deutsche Werften-Fusion ruft EADS auf den Plan

Der bevorstehende deutsche Werftenverbund unter Führung von Thyssen-Krupp zwingt nun auch den europäischen Rüstungskonzern EADS zum Handeln. Wie ein Sprecher bestätigte, ist EADS angesichts des Zusammenschlusses mit allen Beteiligten im Gespräch. Der Konzern sei zwar nicht an der Produktion von Schiffen interessiert, wolle aber sein Geschäft mit Verteidigungselektronik und Lenkflugkörpern im Marinebereich ausbauen.

cn/ink PARIS/BERLIN. „Wir werden an den Umstrukturierungen als wichtiger Akteur teilnehmen“, sagte EADS-Chef Philippe Camus. Sein Konzern setze bereits heute eine Mrd. Euro im Marinegeschäft um. „Und wir hängen an diesem Geschäft“, sagte er.

Um den Absatz gerade im Bereich Sensorik und Lenkflugkörper zu sichern, kommen für EADS zwei Möglichkeiten in Betracht: Entweder schließt das Unternehmen strategische Partnerschaften mit den deutschen Werften von Thyssen- Krupp und HDW. Oder aber es versucht, über eine Kapitalbeteiligung bei der Fusion selbst mit an Bord zu sein. Eine Möglichkeit dazu böte der erwartete Verkauf des 25-prozentigen Anteils, den der US-Finanzinvestor OEP als bisheriger Besitzer der Kieler Werft HDW an dem Werftenverbund halten soll.

EADS dementierte gestern jedoch Meldungen, nach denen der Konzern bereits ein Angebot über den Kauf des 25-prozentigen Anteils von OEP abgegeben habe. Hintergrund dieser Spekulation ist ein erbitterter Wettbewerb der EADS mit ihrem französischen Wettbewerber Thales um die Ausstattung europäischer Kriegsschiffe. Dieser Konkurrenzkampf wird sich noch verschärfen, weil der geplante deutsche Werftenverbund nur die Vorstufe zu einem von der Politik gewünschten deutsch-französischen Zusammenschluss sein soll. Die EADS müsste dann um ihr bisheriges Geschäft bangen, weil auf französischer Seite Thales direkter Fusionspartner wäre.

Eine mögliche Kapitalbeteiligung der EADS stößt in Berlin aber auf wenig Gegenliebe, weil dort eine deutsche Führung im angestrebten bilateralen Werftenverbund sichergestellt werden soll. Verteidigungsminister Peter Struck hatte in einem Gespräch mit dem Handelsblatt gesagt, er würde begrüßen, wenn der OEP-Anteil bei einem Verkauf „möglichst an einen deutschen Investor“ gehe. Dies wird in der Branche als negatives Votum für EADS gewertet.

Seite 1:

Deutsche Werften-Fusion ruft EADS auf den Plan

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%