Konzern strebt Marktführerschaft bei Luxuslimousinen an
BMW verkauft chinesische Autos

Die Münchener BMW AG startet am 18. Oktober in China den Verkauf der ersten lokal produzierten Autos. Lüder Paysen, Asien-Pazifik-Chef des Konzerns, bestätigt, dass zunächst der 3er und ab Mitte November auch der 5er aus der gemeinsamen Produktion mit dem lokalen Partner Brilliance im nordostchinesischen Shenyang in den Verkauf gelangen.

mg PEKING. „1,3 Mill. Chinesen können sich einen BMW leisten“, lautet Paysens euphorische Markt-Prognose. Preise für die in China hergestellten Fahrzeuge will er noch nicht verraten, die sollen kurz vor dem Verkaufsstart „in 14 Tagen“ bekannt gegeben werden. Mit dem Verkaufsbeginn für die lokal produzierten BMW-Fahrzeuge geht der deutsche Dreikampf um Chinas Topsegment für Autos über 40 000 Euro in eine neue Runde.

Erst vor drei Wochen hat Konkurrent Daimler-Chrysler bekannt gegeben, sein bestehendes Joint Venture in Peking für über eine Mrd. Euro zu erweitern und ab 2005 Modelle der E- und C-Klasse zu fertigen. Die Kapazität soll bis 2012 rund 25 000 Fahrzeuge erreichen. „Wir begrüßen es, wenn unser direkter Wettbewerber nach China geht“, sagt Paysen, „es ist Platz für alle da“. Der Audi-Konzern gab im Frühjahr bekannt, er wolle seine Verkaufszahlen von derzeit 50 000 bis 2005 auf jährlich 80 000 Autos steigern. In den ersten acht Monaten des Jahres verkaufte BMW in China 8 265 Autos. Im ersten Halbjahr betrug das Verkaufsplus des Konzerns im Reich der Mitte 120 %. Der Autoboom im Reich der Mitte hat laut Paysen dazu geführt, dass China für BMW im laufenden Jahr weltweit der größte Absatzmarkt der 12-Zylinder-Modelle wird. Das Topmodell 760L, das in China 250 000 Euro kostet und erst im Frühjahr auf den Markt kam, wurde dort annähernd 1 000 Mal verkauft.

Paysen widerspricht allerdings Berichten chinesischer Medien, die den Pekinger Repräsentanten des Unternehmens, Günther Seemann, mit der Vorhersage zitieren, das Unternehmen wolle die Verkäufe in China binnen zehn Jahren auf 100 000 Fahrzeuge pro Jahr ausbauen. Das wäre eine Erweiterung der aktuellen Fertigungskapazität von 30 000 um mehr als 230 %. „An einen Markt wie China muss man doch relativ vorsichtig rangehen“, sagt Paysen und verweist vor allem auf die Qualität, bei der BMW dasselbe Niveau wie in deutschen Werken sichern will. Im Moment gebe es keine konkreten Überlegungen, die Kapazität in China zu erhöhen.

Dennoch wolle BMW partizipieren, wenn das Marktsegment weiter wächst. Paysen gesteht ein, dass in Chinas Autoindustrie Überhitzungserscheinungen sichtbar sind, „doch in keinster Weise im Luxussegment“. Dort will BMW laut Vorstandschef Helmut Panke Marktführer für private Kunden werden. Die Kapazität von 30 000 Autos pro Jahr in Shenyang soll laut Paysen nach frühestens einem Jahr voll ausgeschöpft werden. BMW und Brilliance unterzeichneten den Vertrag für ihr Joint Venture in Shenyang im März. Die Investitionen von 450 Mill. Euro bis 2005 werden entsprechend den Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen 50:50 geteilt. Der Anteil lokal gefertigter Teile an der Produktion soll von Beginn an bei etwa 40 % liegen.

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