Konzern überbietet Merck
Bayer kämpft um Schering

Der Kampf um Schering geht in eine neue Phase. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer greift in die Übernahmeschlacht ein und überbietet Merck mit einem freundlichem Gegenangebot.

FRANKFURT. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern kündigte am Donnerstagabend ein Übernahmeangebot für Schering in Höhe von 16,3 Mrd. Euro oder 86 Euro je Aktie an. Er übertrifft damit die feindliche Offerte der Darmstädter Merck-Gruppe um rund zwölf Prozent und hat sich bereits die Unterstützung des Schering-Vorstandes gesichert. Merck hatte Anfang der vergangenen Woche ein Angebot in Höhe von 14,6 Mrd. Euro oder 77 Euro je Aktie vorgelegt. Dieses Angebot hat der Berliner Konzern als zu niedrig abgelehnt. Dagegen will er die Offerte von Bayer unterstützen.

Setzt sich Bayer mit dem Angebot durch, entsteht ein Konzern mit rund 15 Mrd. Euro Umsatz im Gesundheitsbereich. Im Pharmageschäft würde Bayer einschließlich Schering gut neun Mrd. Euro Umsatz erzielen und damit wieder auf Rang 14 in der Pharmabranche vorrücken.

Der Leverkusener Konzern war nach dem Lipobay-Skandal ab 2001 im Pharmageschäft stark zurückgefallen und hatte sich mehrere Jahre lang vergeblich um einen Partner bemüht. Zuletzt konzentrierte er sich vor allem auf den Ausbau des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten. Die Offerte für Schering bedeutet damit eine strategische Kehrtwende.

Neben dem höheren Preis bietet Bayer auch andere Zugeständnisse für Schering. So sollen Schering und der bisherige Pharmabereich von Bayer künftig innerhalb der Health-Care-Sparte des Konzerns eine eigenständige Division unter dem Namen "Bayer Schering Pharma" mit Sitz in Berlin bilden. Die geplante Übernahme dürfte damit auch von der Berliner Landesregierung unterstützt werden. Fachleute aus der Finanzbranche rechnen damit, dass es Merck kaum gelingen kann, die Bayer-Offerte zu kontern.

Die Finanzierung der Übernahme will Bayer durch bestehende Barmittel von rund 3 Mrd. Euro sowie durch eine Kreditlinie von Credit Suisse und Citigroup sicherstellen. Später will der Konzern die Kredite durch eine Kapitalerhöhung von bis zu vier Mrd. Euro teilweise ablösen. Außerdem ist der Verkauf der Tochterfirmen H.C. Starck und Wolffs Walsrode geplant. Bayer hat bisher bereits eine Netto-Verschuldung von rund fünf Mrd. Euro.

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