Konzern überrascht positiv - Sparprogramm greift
Volkswagen erleidet Gewinneinbruch

Europas größter Autobauer Volkswagen hat 2004 sein reduziertes Gewinnziel übertroffen und liegt damit auch über den Analystenerwartungen. Insgesamt musste VW jedoch trotz eines Milliarden-Sparpakets einen massiven Gewinneinbruch verkraften. Die VW-Aktie ging an der Börse auf Höhenflug.

HB HAMBURG. „Der Volkswagen-Konzern hat im Geschäftsjahr 2004 unter schwierigen Rahmenbedingungen die im Juli 2004 veröffentlichte Prognose übertroffen“, teilte der Konzern am Montag in Wolfsburg mit. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen sackte zwar um zwölf Prozent auf 2,01 Mrd. € ab, blieb damit aber über den Schätzungen befragter Analysten. Sie hatten - im Einklang mit der von VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder Mitte des Jahres gesenkten Prognose - mit einem Betriebsgewinn von 1,9 Mrd. € gerechnet. Bis zum Jahresende realisierte VW im Zuge des „ForMotion“-Programms 1,6 Mrd. € Einsparungen, zum Ziel hatte sich der Konzern nur eine Milliarde Euro gesetzt. Der Umsatz stieg um knapp fünf Prozent auf 88,9 Mrd. €. Trotz eines um 29 % auf 716 Mill. € gesunkenen Reingewinns soll die Dividende bei 1,05 € je Stamm- und 1,11 € je Vorzugsaktie stabil gehalten werden. Die VW-Aktie legte um 2,3 % auf 38,27 € zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax).

Branchenexperten äußerten sich über die Zahlen überrascht. Die Daten seien durchweg besser als erwartet. „Ich bin vollauf begeistert“, sagte Automobil-Analyst Albrecht Denninghoff von der Münchener Großbank HVB (HypoVereinsbank). Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler hob hervor, dass VW im Schlussquartal vor Sondereffekten einen deutlich besseren Betriebsgewinn als ein Jahr zuvor erzielt habe. „Das ist Volkswagen in den vergangenen drei Jahren kaum noch gelungen“, sagte Pieper. Ob das schon die Trendwende bedeute, müsse abgewartet werden.

Im Kerngeschäft, dem Automobilbau, gelang es Volkswagen mit den Einsparungen, seine Finanzlage deutlich zu verbessern. Der von Analysten lange als unzureichend kritisierte Mittelzufluss (Netto-Cash-flow) erhöhte sich netto auf 1,87 Mrd. € nach einem Minus von knapp 2,5 Mill. im Jahr davor. Damit verbrennt der Konzern erstmals seit längerem in diesem Bereich kein Geld mehr. Die Investitionen wurden um knapp 17 % auf sieben Mrd. € verringert.

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