Konzern verordnet sich Umbau
Aus EADS wird Airbus

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS wechselt ein knappes Jahr nach dem Scheitern der Fusion mit dem britischen Rüstungsgiganten BAE Systems den Namen. Nicht das Einzige, was derzeit umgekrempelt wird.
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MünchenEuropas größter Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS gibt sich einen neuen Namen und heißt künftig wie seine wichtigste Tochter Airbus. Zudem ordnet das Unternehmen sein schwächelndes Rüstungsgeschäft neu. Dafür werden die bisherige Raumfahrtsparte Astrium mit der Wehrtochter Cassidian und Airbus Military zum neuen Unternehmen Airbus Defence & Space zusammengelegt.

Angaben über Stelleneinsparungen durch die geplante Neuorganisation will EADS nicht machen. Die Pläne müssten vom Top-Management noch im Detail ausgearbeitet werden. Der Umbau sei eine Reaktion auf das veränderte Marktumfeld, das von stagnierenden oder sogar schrumpfenden Verteidigungsbudgets in der westlichen Welt geprägt ist, teilte EADS am Mittwoch mit. „Die strukturelle Veränderung ermöglicht einen optimierten Marktzugang, ermöglicht Kosten- und Marktsynergien und stärkt die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit.“

Der Konzern ähnelt damit künftig verstärkt dem US-amerikanischen Rivalen Boeing. Dieser hat ebenfalls das Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft in einem Bereich zusammengefasst (Boeing Defense, Space and Security). Daneben ist der zivile Flugzeugbau (Commercial Airplanes) das wichtigste Geschäft.

Chef des neuen Geschäftsbereichs Airbus Defence & Space mit etwa 45.000 Mitarbeitern wird der bisherige Cassidian-Leiter Bernhard Gerwert. Der Hauptsitz soll im Großraum München angesiedelt sein. Dass die Rüstungssparte ihren Sitz in Bayern bekommt, geht auf eine Forderung Deutschlands zurück. Durch den Umzug der EADS-Zentrale ins französische Toulouse hatte der Standort Ottobrunn zuletzt an Bedeutung verloren.

Konzernchef Thomas Enders setzt mit der Reorganisation und Umbenennung den Umbau des Konzerns fort, den er nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems begonnen hatte. „Unsere Verteidigungs- und Raumfahrtaktivitäten reorganisieren und fokussieren wir, um Kosten zu reduzieren, die Profitabilität zu steigern und unsere Marktposition zu verbessern“, kommentierte Enders am Mittwoch. „Was wir heute präsentieren, ist eine Evolution, keine Revolution. Es ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung unseres Unternehmens.“

Mit der Fusion mit BAE Systems wollte Enders EADS ursprünglich auf neue und vor allem größere Füße stellen. Die Rüstungsparte sollte es mit der Verbindung einfacher haben, auf Märkten Fuß zu fassen, die dem Konzern bisher versperrt waren. Doch der Plan scheiterte am Widerstand aus Berlin. Danach bekam EADS eine neue Aktionärsstruktur, Deutschland stieg als Großaktionär ein, zugleich wurde der Staatseinfluss aber verringert.

Bevor die Veränderungen in vollem Umfang wirksam werden können, müssen nach EADS-Angaben mehrere regulatorische Voraussetzungen erfüllt sowie Konsultationen mit dem Betriebsrat und weitere Genehmigungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Auch die Hubschraubertochter Eurocopter bekommt eine neue Kennung und firmiert dann unter Airbus Helicopters.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2013 steigerte EADS sowohl Umsatz als auch Rentabilität. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem vom zivilen Flugzeuggeschäft. Der Umsatz von EADS stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 26,3 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis konnte um 31 Prozent auf 759 Millionen Euro verbessert werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Französischer und Deutscher Puls
    Wer jede Woche Nachrichten in beiden Sprachen verfolgt, stellt sehr schnell fest, dass wir in Deutschland extrem technologiefeindlich geworden sind.
    Während in den französischen Nachrichten das neue Rafale Flugzeug oder der A 350 in Le Bourget ausführlich und mit Nationalstolz vorgestellt werden, sind in Deutschland allein die Begriffe - Eurofighter, Airbus Flugzeug A 350 etc. Synonyme für Zerstörung, Profitgier, Umweltzerstörung, Emissionen etc.
    Fazit: Die guten Deutschen Ingenieure wandern nach Frankreich ab, weil sie dort nicht als personna non grata behandelt werden. Über kurz oder lang wird die gesamte EADS aufgelöst. Frankreich, Italien, England freuen sich schon heute über den Zuwachs. Nach Gen-Industrie, Atomindustrie, Solarindustrie das nächste Krematorium.

  • Deutschland liefert das meiste der Technologie, und das ganze Geld, aber Frankreich bekommt die EADS Zentrale. Warum dieser Umzug vom bayrischen Ottobrunn nach Toulouse?

    Ist doch verrückt. Kann doch nur bedeuten, daß die Franzosen härter und ausdauernder als die Deutschen verhandeln.Bisher haben sich die Franzosen jedenfalls immer durchgesetzt und erreicht, was sie wollten.
    Bei der Kanzlerin mit ihrem "Freundschaftsverständnis"
    gegenüber Frankreich freilich auch relativ leicht erreichbar.

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