Konzern will aus eigener Kraft wachsen
Süd-Chemie rückt Katalysatoren in den Mittelpunkt

Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch US-Finanzinvestoren sieht sich Süd-Chemie auf einem guten Kurs für Wachstum aus eigener Kraft. Das Münchener Spezialchemie-Unternehmen will sich dabei noch stärker auf sein Geschäft mit Katalysatorstoffen konzentrieren und sich von unwichtigeren Konzernsparten trennen.

HB MÜNCHEN. Vorstandschef Günter von Au kündigte an, die Firma werde kleinere zukunftsträchtige Unternehmen kaufen und die Mitarbeiterzahl in Deutschland in den kommenden Jahren aufstocken. Süd-Chemie, die im vergangenen Jahr ihr Geschäft mit Zusatzstoffen für die Lack- und Papierindustrie verkauft hat, werde voraussichtlich in Kürze ein weiteres Segment abstoßen, sagte Au außerdem am Montag vor Journalisten. Welcher Teil des Konzern dies sein werde, wollte er nicht präzisieren. Der Manager schloss aber auf Nachfrage nicht aus, dass es sich um die Heimtierproduktsparte handeln könne. Mit Katzenstreu und ähnlichen Erzeugnissen setzten die Münchener eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 60 Mill. Euro um - bei einem Konzernumsatz von 933 Mill. Euro.

In den kommenden Jahren wolle sich Süd-Chemie verstärkt Produkten widmen, mit denen Auto-Emissionen begrenzt und alternative Energieträger zum Erdöl hergestellt werden können. Nach und nach wolle das Unternehmen in diesem Bereich kleinere Unternehmen zukaufen. Der Kaufpreis für die Übernahmeziele könne zwischen zehn und 50 Mill. Euro liegen, um noch aus der bestehenden Liquidität bezahlt werden zu können, sagte Finanzvorstand Egdar Binnemann. „Für größere Akquisitionen kann man sich auch andere Finanzierungsformen vorstellen“, sagte Au. Daneben wolle Süd-Chemie die Beteiligungen an den bestehenden Gemeinschaftsunternehmen weiter aufstocken.

Au deutete an, dass sein Haus weiterhin jährlich einen Euro je Aktie Dividende zahlen werde. „Ich kann mir vorstellen, dass das auch in Zukunft so ist“, antwortete er auf die Frage nach der künftigen Ausschüttungshöhe.

Der mit knapp 40 Prozent größte Einzelaktionär - die Private-Equity-Gesellschaft One Equity Partner (OEP) - unterstütze den Kurs des Vorstand, erklärte Au. „Es ist eine harmonische Zusammenarbeit zu erwarten“, fügte er hinzu. Das Beteiligungsunternehmen war im vergangenen Jahr am Widerstand der Süd-Chemie-Spitze und der übrigen Aktionäre gescheitert, die Mehrheit an dem von Justus Liebig mitbegründeten Unternehmen zu übernehmen. „Es gibt keine Anzeichen, dass OEP erneut die Mehrheit erlangen will“, sagte Au. Sollte sich OEP mittelfristig von ihrem Anteil trennen wollen, würde der Vorstand eine breite Emission über die Börse bevorzugen. Die Papiere notierten zuletzt unverändert mit 56,61 Euro.

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