Konzern will Forschung straffen
Schering bleibt bei der Prognose für 2003

Der Pharmakonzern Schering will angesichts des schwieriger gewordenen Marktes und des Verfalls wichtiger Währungen seine Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen auf die viel versprechendsten Bereiche konzentrieren.

HB FRANKFURT. Der Vorstandschef des Konzerns, Hubertus Erlen, hat die Prognose für 2003 jedoch trotz der derzeitigen Dollarschwäche bekräftigt. „Nein, wir bleiben bei der Vorhersage, wonach der Gewinn je Aktie in diesem Jahr um drei bis sechs Prozent fallen wird“, sagte Erlen in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ, Freitagausgabe) auf die Frage, ob die anhaltende Dollarschwäche die Ergebnisprognose für das laufende Jahr gefährde. Da Schering rund die Hälfte seiner Umsätze im Dollarraum erzielt, leidet der Konzern derzeit insbesondere unter der schwachen US-Währung.

Der Euro, der in der Nacht zum Mittwoch auf ein neues Allzeithoch von 1,1977 Dollar gestiegen war, war auch als Hauptgrund für den Gewinneinbruch im zweiten Quartal genannt worden. Auf Grund dessen hatte Schering die Ergebnisplanung für 2003 gesenkt. Im Oktober grenzte Schering den voraussichtlichen Gewinnrückgang auf drei bis sechs Prozent je Aktie ein. „Ich erwarte nicht, dass es im vierten Quartal in unseren Märkten oder bei den Wechselkursen irgendwelche Entwicklungen geben wird, die uns vor eine ähnliche Situation stellen wie im Sommer“, sagte Erlen der FAZ. Zum Ausblick für 2004 wollte er sich nicht äußern.

Auch an seinem Ziel den US-Markt betreffend halte Schering fest, sagte Erlen. Das Marktwachstum in den USA habe sich zwar auf neun Prozent abgeschwächt, sei aber immer noch doppelt so schnell wie in Europa. „Deshalb verfolgen wir weiter das Ziel, unseren Umsatz in Amerika von einer Milliarde Dollar im Jahr 2001 bis 2006 zu verdoppeln.“

Um Wechselkurseffekte und andere Belastungen wie etwa aus der Gesundheitsreform aufzufangen und um Margen zu verbessern, werde Schering die Forschung straffen, sagte Erlen. „Wir werden unsere Forschung erheblich konzentrieren und die Forschungsaktivitäten zur Behandlung von Alzheimer, Parkinson und Schlaganfällen aufgeben.“ So würden die Ressourcen von Schering auf die Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit den größten Ertragschancen konzentriert. Zudem wolle sich Schering von kleineren Produkten, die nicht nennenswert zur Wertschöpfung beitrügen, trennen.

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