Konzern will in bar bezahlen
Analysten sehen Eons Einkaufspläne positiv

Deutschlands größter Energieversorger Eon prüft ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den fünftgrößten britischen Konkurrenten Scottish Power.

DÜSSELDORF. Das teilte der Konzern in einer am Montagabend veröffentlichten Ad-hoc-Mitteilung mit. Scottish Power wird zur Zeit an der Börse mit fast 15 Milliarden Euro bewertet. Doch dürfte der Kaufpreis Eon vor keinerlei Probleme stellen. Denn der Energiekonzern verfügt dank hoher Strompreise, steigender Gewinne und Milliardeneinnahmen aus Firmenverkäufen über eine gutgefüllte Kriegskasse. Falls es zu der Übernahme komme, werde Eon den Kaufpreis voraussichtlich in bar bezahlen, hieß es selbstbewusst in Düsseldorf.

Eon betonte allerdings, die Überlegungen befänden sich noch in einer frühen Phase. Es sei noch nicht sicher, dass Eon wirklich ein Angebot abgebe. Bisher habe es noch keinerlei Gespräche mit Scottish Power gegeben.

Analysten werten die Pläne positiv. „Das macht strategisch auf jeden Fall Sinn“, sagte Stephan Wulff vom Bankhaus Sal. Oppenheim am Dienstag. Durch Scottish Power könne Eon erhebliche Synergien im britischen Geschäft heben. Allerdings sei die Transaktion nicht billig: „Ein Schnäppchen ist das nicht.“ Nach aktuellem Kurs ist Scottish Power rund 15 Milliarden Euro wert. Der tatsächliche Übernahmepreis könnte durch das vorzeitige Bekanntwerden der Übernahmepläne aber noch viel teuer werden, ist ein Analyst einer Frankfurter Großbank, der namentlich nicht genannt werden wollte, überzeugt. Denn die Spekulationen dürften den Kurs von Scottish Power in die Höhe treiben.

Die Aktien von Scottish Power wurden am Dienstagvormittag in London bei 565,88 Pfund um gut dreieinhalb Prozent höher gehandelt. Eon-Aktien lagen dagegen zur selben Zeit in Frankfurt bei 80,27 Euro um 0,42 Prozent niedriger.

Da sich die Briten aber von ihrer US-Tochter PacifiCorp trennen wollten, könnte der Kaufpreis nur für das britische Geschäft andererseits auch wieder deutlich niedriger ausfallen. Einig sind sich die Experten weitgehend, dass Eon gut beraten wäre, nach einer Übernahme alle Geschäfte außerhalb Englands, etwa die in den USA oder auch in Schottland, zu verkaufen.

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