Konzern will Kindersterblichkeit senken
Unilever sorgt für Hygiene

Erster Versuch: Ein indischer Junge rubbelt seine Hände in klarem Wasser, hält sie unter ultraviolettes Licht und blickt erstaunt auf leuchtende Punkte. Es ist Schmutz, sichtbar gemacht durch weißen Puder, mit dem die Hände vor dem Waschen bestäubt worden sind.

BERLIN. Es folgt der zweite Versuch: Erneut wäscht der Teenager seine Hände – diesmal mit Wasser und Seife. Das UV zeigt keine Spuren von Puder und Schmutz. „Eine einfache, aber sehr effektive Demonstration“, sagt Stephen Milton, globaler Kommunikationsdirektor der Sparten Körperpflege und Reinigungsmittel des Konsumgüterkonzerns Unilever.

Die Demonstration ist Teil des Programms Swasthya Chetna oder Health Awakening von Lifebuoy, der indischen Seifenmarke des in Europa durch die Marke Dove bekannten Unternehmens. Das Life-buoy-Projekt ist nach eigenen Angaben das größte Gesundheits- und Hygieneerziehungsprogramm, das in Indien je auf unternehmerische Initiative hin betrieben wurde.

Die Fünf-Jahres-Kampagne will helfen, 200 Millionen Menschen – ein Fünftel der Bevölkerung – über die Grundlagen der Hygiene zu informieren. Vermittelt werden soll, dass einfache Praktiken wie Händewaschen mit Seife die Anzahl von Durchfallerkrankungen spürbar senken kann. Diese sind immer noch einer der wichtigsten Gründe für die hohe Kindersterblichkeit. Lifebuoy kooperiert zum Beispiel mit Eltern, Gesundheitserziehern und Lehrern. Im vergangenen Jahr hätten sie bereits 70 Millionen Menschen in 18 000 Dörfern erreicht, berichtet Milton.

Handelsblatt-Serie: Unternehmerische Verantwortung

Shareholder Value und gesellschaftliche Verantwortung sind kein Gegensatz. Wer Geld verdient, kann es sich nicht nur leisten, Kunst und Kultur oder Wissenschaft und Sozialwesen zu unterstützen. Mit der richtigen Strategie wird sich Corporate Social Responsibility auch für das Unternehmen selbst rechnen. Dann haben alle Beteiligten etwas davon, die Unternehmen wie auch die Gesellschaft. Noch dominieren Spenden und Sponsoring, doch finden Partnerschaften immer mehr Anhänger. Das Handelsblatt stellt in einer zwölfteiligen Serie Unternehmen vor, die zeigen, dass gesellschaftliche Verantwortung keine Frage des Budgets ist.

Das Programm ist eines von un-zähligen zur Hygiene und Aufklä-rung von Kindern und Jugendlichen. In diesem Bereich setzt Unilever den Schwerpunkt seines sozialen Engagements. Dabei geht es nicht nur um Sauberkeit oder vitaminreiche Ernährung in Indien und anderen Entwicklungsländern. In den Industriestaaten läuft das Programm mit komplett anderem Ansatz: Erwachsene werden ermuntert, ihren Kindern die Freiheit zu geben, sich auch mal schmutzig zu machen – ein wichtiger Aspekt, um die Welt zu erkunden und sich zu entwickeln.

Daneben betreibt Unilever zahllose weitere Programme mit dem Schwerpunkt Umweltbewusstsein. Insgesamt investiert der in 150 Staaten aktive Konzern dafür seit 2000 jedes Jahr durchschnittlich 1,7 Prozent des Vorsteuergewinns, sagt Milton. Vergangenes Jahr waren das 65 Millionen Euro. 13 000 Organisationen werden gefördert.

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