Konzern will künftig stärker auf Wachstum im Ausland setzen
Sharp erwartet sinkende Preise für Flachbild-TV

Der weltweit größte Hersteller von LCD-Fernsehern, der japanische Technologiekonzern Sharp, rechnet wegen der rasch steigenden Nachfrage nach großen TV-Geräten mit Flüssigkristallbildschirm zum Jahresende damit, dass rund 15 bis 30 Prozent des weltweiten Bedarfs nicht gedeckt werden können.

bas TOKIO. Die Produktion in einigen neuen Werken der Branche für die großen Bildschirmplatten sei langsamer als gedacht angelaufen, sagte Sharp-Auslandschef Toshihige Hamano gestern. Zudem sei die Nachfrage nach LCD-Fernsehern mit einer Bilddiagonalen von 30 Zoll (76 Zentimetern) oder mehr schneller als erwartet gestiegen.

Analysten warnen dagegen vor einem Überangebot von LCD-Bildschirmen zum Jahresende, weil weltweit so viele neue Fabriken die Produktion aufnehmen. Sie rechnen deshalb mit weiter sinkenden Preisen. Einer der beiden größten Hersteller von LCD-Bildschirmen, LG Philips LCD, prognostizierte gestern bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen stagnierende bis leicht sinkende Preise für das vierte Quartal im Vergleich zum abgelaufenen dritten Quartal. Auch Hamano von Sharp schätzt die Angebotsentwicklung bei kleineren LCD-Bildschirmen weitaus ungünstiger ein.

Ebenso wie Sharp setzt LG Philips auf einen Nachfrageschub durch die Fußballweltmeisterschaft 2006. Die Japanische Vereinigung der Elektronik- und IT-Branche rechnet damit, dass der Markt für LCD-Fernseher weltweit von derzeit 20 Mill. bis 2009 auf 59 Mill. Geräte steigt. Zum Vergleich: Die Zahl der Kathodenstrahlfernseher dürften von 150 auf 113 Mill. fallen.

Sharp-Chef Katsuhiko Machida setzt künftig stärker auf Wachstum im Ausland, vor allem in den USA, China, Indien und Brasilien. Aber auch in Europa sieht Auslandschef Hamano viel ungenutztes Potenzial. Produktentwicklung, Marketing und Design habe sich bisher am japanischen Markt orientiert, sagte Hamano. Das soll sich ändern. Ein Beispiel sind speziell für das europäische und chinesische Format von hochauflösendem Fernsehen abgestimmte LCD-Fernseher. Bis zum Geschäftsjahr 2008/09 (31. März) will Sharp konzernweit den Auslandsanteil am Gesamtumsatz von derzeit knapp 48 auf 60 Prozent steigern. Im vergangenen Geschäftsjahr kam Sharp auf 18,7 Mrd. Euro Umsatz (2,54 Bill. Yen).

In Europa wolle Sharp zudem künftig für Süd- und Nordeuropa verschiedene Fernseher anbieten, weil die Farbpräferenzen unterschiedlich seien, sagte Hamano. Dazu soll die gemeinsame Produktentwicklung mit Loewe helfen. Sharp ist nach einer Kapitalaufstockung mit 28,8 Prozent an dem deutschen Fernsehhersteller beteiligt. Im kommenden Jahr kommen die ersten Produkte aus der gemeinsamen Entwicklung auf den Markt. Sharp habe jedoch keine Absicht, den Anteil an Loewe weiter zu erhöhen, sagte Hamano.

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