Konzern will Software-Arbeitsplätze verlagern
Siemens zieht es nach Osteuropa

Der Münchener Technologiekonzern Siemens will im Zuge der EU-Osterweiterung in großem Stil Software-Entwicklung, Fertigung und Buchhaltungsfunktionen in die EU-Beitrittsländer verlagern, so ein Zeitungsbericht.

HB BERLIN. „Wir müssen uns diesem Trend stellen, wie alle unsere Wettbewerber, und teilweise auch Aktivitäten dorthin verlagern“, sagte Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmeyer in einem Interview der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe). Feldmeyer hält es dem Zeitungsbericht zufolge für realistisch, dass in einigen Jahren etwa ein Drittel der Entwicklungsarbeiten für Siemens an Niedriglohnstandorten geleistet werden.

Siemens beschäftige derzeit mehr als 50 000 Forscher und Entwickler, davon gut 30 000 in Deutschland, den Rest überwiegend in Hochlohnländern, berichtete die FTD. Rund 30 000 der Forscher und Entwickler seien in der Software-Entwicklung tätig.

Siemens wolle von dem erwarteten starken Marktwachstum in den Beitrittsstaaten der Europäischen Union (EU) profitieren, hieß es weiter. Außerdem wolle der Konzern die Kostenvorteile und das Potenzial hoch qualifizierter Software-Ingenieure nutzen. „Wir treffen da auf ganz fantastische Mitarbeiter mit hervorragender Ausbildung“, sagte Feldmeyer der Zeitung. Kritisch äußerte er sich über den Standort Deutschland. „Wir sind mit den Rahmenbedingungen in Deutschland, wenn wir sie mit denjenigen in den wachstumsstärksten Ländern vergleichen, überhaupt nicht zufrieden“, sagte Feldmeyer.

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