Konzern will von neuen Technologien profitieren
Pirelli-Chef setzt sich ehrgeizige Ertragsziele

Nach zwei Jahren schmerzlicher Sanierung mit dem Abbau von über 5 000 Arbeitsplätzen will der italienische Reifen- und Kabelhersteller Pirelli dank hoher Investitionen in neue Produkte und weiteren Einsparungen wieder zur alten Ertragskraft zurückfinden.

mab MAILAND. Konzernchef Marco Tronchetti Provera sagte in Mailand, dass der Betriebsgewinn bis 2006 jährlich um 25 % steigen soll. Daraus errechnet sich für das Ende der Periode ein operatives Ergebnis von 162 Mill. Euro. Analysten bezeichneten die Planzahlen, die außerdem eine 10 %ige Umsatzsteigerung auf 7,3 Mrd. Euro und den Abbau von 22 % der Schulden auf 1,35 Mrd. Euro vorsehen, als „ambitioniert, aber machbar“. Es werde allerdings in erster Linie vom globalen Investitionsklima abhängen, ob der Weltmarktführer für Stromkabel und drittgrößte europäische Reifenhersteller seine Ziele erreichen könne.

Wegen des völligen Zusammenbruchs des Marktes für Telekommunikationsausrüstungen, in dem Pirelli unter anderem Glasfaserkabel anbietet, war der Industriekonzern 2002 in die Verlustzone gerutscht und hatte 2003 mit einem Gewinn von gerade 4 Mill. Euro abgeschlossen. Auch die Nachfrageschwäche seitens der Stromversorger haben die Geschäfte gebremst. Daneben belastet die kostspielige indirekte Übernahme der Telecom Italia im Jahr 2001 weiterhin die Ertragsrechnung. Einzig die Reifensparte, mit der das Unternehmen im margenträchtigen Premium-Segment tätig ist, war in den Flautejahren ein Aktivposten.

Tronchetti, der sowohl Pirelli als auch die Telecom Italia führt, kündigte gestern für den Planungszeitraum Gesamtinvestitionen von 870 Mill. Euro an. Vor allem die Sparte Telekomkabel und -Systeme soll so in die Gewinnzone zurückkehren. Pirelli arbeitet derzeit an der Entwicklung optischer Systeme, durch die sich die Kosten für das Verlegen breitbandiger Internetzugänge möglicherweise stark verringern werden.

Bislang hat Pirelli mit optischen Technologien einen guten Riecher bewiesen: Auf dem Höhepunkt der Internet-Euphorie verkaufte das Unternehmen eine darauf spezialisierte Tochter in Amerika an den US-Konzern Corning für sagenhafte 3,6 Mrd. Dollar und füllte damit die Kasse für die spätere Übernahme der Telecom Italia. Nun soll die Sparte Telekomkabel und -Systeme jährlich um 10 % wachsen und 2006 eine Umsatzrendite von 5 % erreichen.

Weniger dynamisch wird das Geschäft mit Stromkabeln verlaufen. Dort plant Pirelli, jährlich um 2 % zu wachsen und 2006 auf 100 Euro Umsatz 6 Euro zu verdienen. Die Reifen bleiben derweil mit einem geplanter Rendite von 9 % auch mittelfristig Cash-Cow der Konzerns.

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