Konzern zeigt sich erleichtert
US-Gericht billigt ABB-Asbest-Vergleich

Ein US-Bezirksgericht hat den vom schwedisch-schweizerischen Technologiekonzern ABB vorgeschlagenen 1,3 Mrd. Dollar teuren Asbest-Vergleich am Donnerstag gebilligt, wie mit dem Fall befasste Anwälte erklärten.

Reuters NEW YORK. Der Vergleich könnte den Weg für den Verkauf des ABB-Konzernbereichs Öl, Gas & Petrochemie (OGP) im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar ebnen. Mit dem Erlös will ABB Schulden tilgen, die sich Ende März auf 8,2 Mrd. Dollar beliefen und wovon im nächsten Jahr zwei Mrd. Dollar fällig werden. Steven Kazan, Anwalt von Gegnern des Vergleichs, kündigte Berufung gegen den Richterspruch an. ABB-Sprecher Thomas Schmidt äußerte sich dagegen zufrieden. Der Konzern sei erleichtert über das positive Urteil, sagte er.

Mit seiner Entscheidung habe Bezirksrichter Alfred Wolin das Urteil eines US-Konkursgerichts bestätigt, sagte Kazan. Der Anwalt mahnte allerdings zugleich, der ABB-Bereich OGP sei nicht vollständig frei von gewissen Asbest-Risiken, die mit der Konzerntochter Lummus zu tun hätten. „Diese Entscheidung bedeutet, dass Lummus nicht frei von allen Haftungen im Zusammenhang mit Asbest verkauft werden kann. Wer diesen Posten kauft, akzeptiert erhebliche Risiken“, sagte Kazan. ABB-Anwalt David Bernick verwarf diesen Einwand als „absolut falsch“. Richter Wolin habe bei seiner Entscheidung alle vorherigen Gerichtsbeschlüsse in dem Fall berücksichtigt, sagte Bernick.

ABB will OGP bis Jahresende verkauft haben. Bislang gab es Verhandlungen mit drei Interessenten. Falls die Konjunktur besser wird, kann ein späterer Verkauf sogar einen positiven Einfluss auf den Preis haben.

Der Vergleich sieht vor, dass die ABB-Tochter Combustion Engineering in Konkurs geht und die Erlöse aus dem Verkauf der Firmenaktiva von etwa 800 Mill. Dollar den Grundstock für einen Asbest-Entschädigungsfonds bilden. Den Rest muss ABB selbst beisteuern. Die Asbest-Klagen waren eine Spätfolge der Übernahme von Combustion Engineering im Jahr 1990. Die US-Firma hatte früher Heizkessel für Kraftwerke hergestellt und dabei das gesundheitsschädliche Material eingebaut. Die heutige OGP-Tochterfirma Lummus Global, die früher zu Combustion gehörte, steht im Mittelpunkt des Asbest-Verfahrens.

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