Konzernausblick
Schwaches Plastikgeschäft lässt Bayer vorsichtiger werden

Der Kunststoffmarkt entwickelt sich zu einem Sorgenkind bei Bayer. Das Ergebnis ging deutlich zurück. Aber es gibt auch positive Nachrichten: Das Arzneimittelgeschäft läuft weiter prächtig.
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FrankfurtBei Bayer wächst wegen eines anhaltend schwachen Geschäfts mit Kunststoffen die Vorsicht. Der Pharma- und Chemiekonzern baute im zweiten Quartal zwar dank einer starken Pharmanachfrage und guter Geschäfte in der Agrarchemie seinen operativen Gewinn aus. Besonders mit ihren neuen Arzneien konnten die Leverkusener glänzen. Aber die anhaltend schwierige Konjunktur, sinkende Verkaufspreise und hohe Rohstoffkosten lasteten auf der Kunststoffsparte. Bayer muss sich deshalb jetzt noch mehr anstrengen, um seine Jahresziele zu erreichen.

„Unseren Konzernausblick für 2013 behalten wir bei, auch wenn dieser zunehmend ambitioniert erscheint“, erklärte Konzernchef Marijn Dekkers am Mittwoch zur Vorlage des Zwischenberichts. Es bleibe abzuwarten, inwieweit die unerwartet schwache Entwicklung der Kunststoffsparte durch ein besseres Abschneiden im Gesundheitssegment und im Pflanzenschutzbereich ausgeglichen werden könne. Bayer geht aktuell für das Gesamtjahr 2013 von einer Umsatzsteigerung von vier bis fünf Prozent auf rund 40 bis 41 Milliarden Euro aus - Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Im zweiten Quartal erhöhte das Leverkusener Unternehmen seinen operativen Gewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen um 1,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Konzern, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Firmenjubiläum feiert, setzte von April bis Juni 10,4 Milliarden Euro um - ein Plus von 1,9 Prozent. Der Gewinn sprang um 74,8 Prozent auf 841 Millionen Euro in die Höhe. Vor einem Jahr hatten noch hohe Rückstellungen für Rechtsfälle in den USA den Gewinn gedrückt.

An der Börse konnte Bayer mit seinem Quartalsbericht trotz der skeptischen Aussagen zum Ausblick punkten. "Die neuen Pharmaprodukte, Xarelto und Eylea, schnitten etwa 20 Prozent besser ab als die Konsensschätzungen", kommentierte das Bankhaus J.P. Morgan. Bayer-Aktien stiegen zeitweise um 4,4 Prozent auf ein Rekordniveau von 88,04 Euro und übernahmen damit die Dax-Spitze.

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