Konzernboss sieht Unternehmen in Asien weiter gut aufgestellt
Schrempp hält an Mitsubishi-Beteiligung fest

Daimler-Chrysler wird nach den Worten von Vorstandschef Jürgen Schrempp an seiner Beteiligung beim japanischen Autobauer Mitsubishi festhalten. Dies schrieb Schrempp am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter, der dpa vorliegt. Allerdings will der deutsch-amerikanische Autokonzern offenbar schon in der kommenden Woche mit dem japanischen Partner über einen Verringerung seiner Beteiligung beraten. Derweil tobten auf der Hauptversammlung von Mitsubishi Mortors die Aktionäre.

HB STUTTGART/TOKIO. Nach Informationen der „Financial Times“ will Daimler-Chrysler seinen Anteil möglicherweise von derzeit 37 % auf 33 oder 20 % senken. Dabei solle es allerdings nicht um einen Verkauf eines Teils des Daimler-Chrysler-Paketes gehen.

Vielmehr solle die Reduzierung des Anteils durch Ausgabe neuer Mitsubishi-Stammaktien an Mitsubishi-Gruppenunternehmen und andere Investoren erreicht werden, hieß es. „Daimler-Chrysler wird nicht mehr an Kapitalerhöhungen oder sonstigen finanziellen Unterstützungen für Mitsubishi teilnehmen“, sagte ein Sprecher des Konzerns am Sonntag auf Anfrage.

Daimler-Chrysler als größter Einzelaktionär hatte bereits vor kurzem jede weitere finanzielle Unterstützung für den angeschlagenen Autobauer eingestellt. „Unsere Strategie, in Asien fest verankert zu sein, hat sich dadurch jedoch nicht geändert“, schrieb Schrempp, dem der Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag in New York den Rücken gestärkt hatte. Finanzchef Manfred Gentz hatte zuletzt ebenfalls betont, dass Daimler-Chrysler derzeit keinen Käufer für das Aktienpaket suche.

Auf der Mitsubishi-Hauptversammlung in Tokio forderten wütende Aktionäre eine Erklärung für das Zudrehen des Geldhahns durch die Stuttgarter. Der neu gewählte Chef von Mitsubishi Motors (MMC), Yoichiro Okazaki, sagte, das Unternehmen halte alle Gesprächskanäle für eine weiterreichende Zusammenarbeit mit Daimler-Chrysler offen: „Die Verhandlungen gehen weiter.“ MMC stehe vor der „härtesten Herausforderung“ seiner Geschichte, die die Existenz des Konzerns gefährden könne.

Schrempp erklärte in dem Mitarbeiterbrief, der Konzern sei in Asien nach wie vor gut aufgestellt. „Wir stehen zu unseren gemeinsamen Projekten mit Mitsubishi, ob bei Chrysler oder bei smart, und wir werden sie auch unter den veränderten Rahmenbedingungen weiter umsetzen.“ Der Autoboss kündigte an, dass die Vereinbarung mit dem langjährigen chinesischen Partner BAIC zur Produktion von Mercedes-Benz-Pkw kurz vor der Genehmigung stehe. Dazu war Schrempp vor zwei Wochen nach China gereist. Ende 2005 oder Anfang 2006 will der Autokonzern in China jährlich rund 25 000 Autos der E- und C- Klasse fertigen.

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