Konzernchef: „200 Mrd. Dollar sind wohl nicht genug“
Baosteel plant Mega-Offerte für Rio Tinto

Jetzt lassen die Chinesen die Katze aus dem Sack: Sie kommen dem weltgrößten Bergbaukonzern BHP Billiton im Übernahmekampf um die Bergbaufirma Rio Tinto möglicherweise in die Quere. Damit könnten sie in neue Dimensionen vordringen.

HB PEKING. Pekings Stahlriesen planen ein Gegenangebot für die britisch-australische Bergbaufirma Rio Tinto. Das bestätigte gestern der Vorsitzende des größten chinesischen Stahlkonzerns Baosteel, Xu Lejiang, in einer chinesischen Zeitung. Sein Konzern erwägt demnnach sogar ein Gegenangebot im Wert von mehr als 200 Mrd. Dollar.

Damit wollen die Chinesen das Gebot des weltgrößten Bergbaukonzerns BHP Billiton scheitern lassen, der gerne Rio Tinto – die Nummer drei weltweit – schlucken möchte. Anfang November hatte BHP seine Offerte im Wert von 130 Mrd. Dollar bekannt gegeben. Danach würde ein Stahlriese mit einem Marktwert von 350 Mrd. Dollar entstehen. Rio Tionto hatte das Angebot als zu niedrig abgelehnt.

Auch der chinesische Stahlverband bestätigte am Dienstag auf Anfrage, dass nun gemeinsam mit der Regierung in Peking eine Gegenofferte geprüft werde. Dies hatten bereits vor zwei Wochen Kreise der chinesischen Entwicklungsbank dem "Handelsblatt" bestätigt. "Es ist ein Thema, das auf höchster Ebene diskutiert wird", sagte Chen Hanyu, Direktor des Pekinger Stahlkonzerns Shougang Corp, am Dienstag. Shougang gehört zu den Top-Ten der chinesischen Branche.

Entsprechende Gespräche bestätigte am Dienstag der Vize-Vorsitzende des Stahlverbandes, Qi Xiangdong. Der neue chinesische Staatsfonds, der über mehr als 200 Milliarden Dollar verfügt und damit der größte Investmentfonds der Welt ist, soll nach Medienberichten ebenfalls an der Rio-Tinto-Übernahme mitplanen. Dieser dementiert das aber bislang.

Analysten sehen die Volksrepublik unter Zugzwang, denn für ihr starkes Wirtschaftswachstum benötigt sie auch in den kommenden Jahren große Mengen Rohstoffe. "Als größter Eisenerzimporteur wird China die Marktsituation ändern müssen, da das Land keine Mitsprache bei der Preisgestaltung des Rohstoffes hat", so Analyst Liu Baoyao von GF Securities in Guangzhou.

Chinas Bruttoinlandsprodukt wird nach 11,6 Prozent in diesem Jahr auch 2008 in ähnlicher Größenordnung wachsen, so die Chinese Acadamy of Social Sciene (Cass) in einer am Dienstag vorgelegten Studie. Nach Berechnungen der australischen Investmentbank Macquarie Group wird dadurch der weltweite Preis für Eisenerz im kommenden Jahr um 50 Prozent steigen. Die Kosten für Chinas Eisenerzimporte würden im kommenden Jahr also um mindestens 15 Mrd. Dollar steigen.

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