Konzernchef: Fahrzeughersteller verlangen von Zulieferern Preise auf asiatischem Niveau
Autozulieferer Brose wächst nur noch im Ausland

Der Autozulieferer Brose erwartet im kommenden Jahr trotz hohen Preisdrucks ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. „Das Wachstum kommt aber nur aus dem Ausland, der Inlandsumsatz wird leicht rückläufig“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Michael Stoschek. Allein in den USA will der Marktführer bei bei Fensterhebern, Türsystemen und Sitzverstellungen dank eines Großauftrages von Ford um knapp ein Drittel zulegen.

mwb MÜNCHEN. Die Arbeitsplätze in der deutschen Zulieferindustrie hält Stoschek für bedroht. „Ich sehe überhaupt keinen zusätzlichen Arbeitsplatz, egal wie sich die Konjunktur entwickelt“, sagte der Chef des Familienunternehmens.

Erschwerend kommt für die sieben inländischen Werke hinzu, dass deutsche Autohersteller von Brose asiatische Preise verlangen: „Das geht so weit, dass wir gar keine Angebote mehr abgeben dürfen, deren Kalkulation auf Produktion in Deutschland basieren.“ Der Zulieferer sieht sich wie die gesamte Branche einem jährlichen Preisverfall von drei Prozent ausgesetzt bei gleichzeitig dramatisch gestiegenen Rohstoffpreisen. Die Verdopplung des Stahlpreises kostete Brose in diesem Jahr 40 Mill. Euro.

Brose steigert im Jahr 2004 dennoch den Umsatz um vier Prozent auf zwei Mrd. Euro. Die Preissenkungen habe Brose nicht voll durch Kostensenkung kompensieren können. „Deshalb ist das Ergebnis im vergangenen Jahr hinter der Umsatzentwicklung zurückgeblieben“, sagte Stoschek. Der Abstand zur internen Zielrendite von fünf Prozent hat sich 2004 weiter entfernt. Dennoch reichte der Cash-flow aus, um die Investitionen von 170 Mill. Euro zu finanzieren.

Brose zählt nach Ansicht von Branchenexperten zu den erfolgreichsten Zulieferern. Das Unternehmen ist schuldenfrei. In den vergangenen zehn Jahren vervierfachte sich der Umsatz und die Zahl der Beschäftigten verdreifachte sich auf jetzt 4 800 in Deutschland und 4 250 im Ausland. Im kommenden Jahr wird erstmals der Auslandsumsatz das Inlandsgeschäft übersteigen.

Brose kündigte Einschnitte für die Beschäftigten unter anderem durch längere Arbeitszeiten an. „Wir arbeiten an neuen Wegen, mit denen wir die Belastungen unserer Produkte durch Personalkosten reduzieren können, möglichst ohne die Nettoeinkommen der Mitarbeiter zu verringern“, sagte Stoschek.

Brose will im immer härteren Wettbewerb mit großen Zulieferkonzernen durch technologische Führerschaft bestehen. Wachstum soll auch aus dem neuen Geschäftsfeld Antriebe für Heckklappen und Schiebetüren kommen, die das Unternehmen erstmals auf der kommenden Messe IAA vorstellen.

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