Konzernchef geht Anfang 2005 in den Aufsichtsrat – Fusion von Netzwerk- und Mobilfunksparte
Schneller Wechsel bei Siemens: Kleinfeld löst von Pierer ab

Siemens-Chef Heinrich von Pierer, einer der einflussreichsten und politisch profiliertesten deutschen Manager, gibt sein Amt überraschend zum Ende Januar 2005 ab. Sein Nachfolger soll der bisherige Siemens-Strategiechef Klaus Kleinfeld werden. Das teilte der Münchener High-Tech-Konzern Mittwoch Nachmittag mit. Bisher war damit gerechnet worden, dass von Pierer noch bis zu seinem 65. Geburtstag im Januar 2006 weitermacht.

MÜNCHEN. Gleichzeitig werden das Mobilfunk- und das Netzwerkgeschäft zur mit Abstand wichtigsten Konzernsparte zusammengelegt. Der Siemens-Aufsichtsrat soll die Beschlüsse am 28. Juli absegnen. Wie es aus dem Konzern hieß, tragen auch die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat die Beschlüsse mit. Über die Nachfolge von Pierers, der seit zwölf Jahren an der Siemens-Spitze steht, wird schon länger spekuliert. Jetzt ging alles ganz schnell. Der designierte Siemens- Chef Klaus Kleinfeld gilt seit seinem Einzug in den Konzernvorstand Anfang dieses Jahres als Pierers Kronprinz. Der 46-Jährige, ein Vertrauter von Pierers, wird bereits zum 1. August zum Vize-Vorstandsvorsitzenden ernannt und damit die Geschäfte faktisch mit führen.

Kleinfeld, seit 1987 bei Siemens, hatte zuvor das defizitäre Geschäft in den USA, dem wichtigsten Siemens- Markt, saniert. Davor war er im Vorstand der Medizintechnik-Sparte und in der konzerneigenen Unternehmensberatung. Zuletzt war er für die Kommunikationssparte zuständig. Der promovierte Betriebswirt gilt als kommunikativ und umgänglich.

Von Pierer selbst soll mit der Hauptversammlung am 27. Januar 2005 an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln, teilte der Konzern gestern weiter mit. Karl-Hermann Baumann wird sein Amt dann niederlegen. Von Pierer habe den Verzicht auf den Vorstandsvorsitz jetzt bekannt gegeben, um sich von der Hauptversammlung zum Aufsichtsratsvorsitzenden wählen lassen zu können, hieß es in Unternehmenskreisen. Ähnliche Wechsel von der Konzernspitze in den Aufsichtsratsvorsitz waren zuletzt heftig kritisiert worden, weil sie den Kodex für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) verletzen. Der langjährige Chef der Hypo-Vereinsbank, Albrecht Schmidt, der Ex-Chef der Allianz, Henning Schulte-Noelle, oder Ex-Lufthansa-Boss Jürgen Weber führen heute die jeweiligen Aufsichtsräte und mussten dafür heftige Schelte von den Aktionären einstecken.

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