Konzernchef Keitel auf Krisentour zu Leighton
Hochtief kämpft um das Vertrauen der Aktionäre

Nach dem starken Kurseinbruch der Hochtief-Aktie wirbt der Baukonzern um das erschütterte Vertrauen der Aktionäre.

agr ESSEN. „Der Verdacht, Hochtief seien die Probleme der australischen Tochter Leighton vor dem Verkauf der RWE-Beteiligung bekannt gewesen, ist definitiv falsch“, sagte Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel auf der Hauptversammlung des Konzerns.

Die Hochtief-Aktie war am Donnerstag um bis zu 20 % eingebrochen, nachdem der Baukonzern die Börse mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses im ersten Quartal um gut 60 % geschockt hatte. Der Gewinnrückgang war von Leighton verursacht worden. Wegen eines Brands in einem Kohlebergwerk und Schwierigkeiten mit zwei Hochbauprojekten haben die Australier eine außerordentliche Risikovorsorge in Höhe des Quartalsgewinns von 19 Mill. Euro vorgenommen und die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr nach unten korrigiert.

Keitel kündigte an, noch am Wochenende nach Australien zu fliegen, um bei Leighton nach dem Rechten zu sehen. Es gehe jetzt darum, wie die Informationspolitik, das Controlling und die Kooperation intensiviert werden könnten, um solche Überraschungen künftig auszuschließen. Keitel betonte, dass der Vorstand der australischen Tochter erst am 3. Mai über die Risikovorsorge entschieden habe. Die Problematik sei erstmals in der letzten April-Woche diskutiert worden, sagte er. Der Verkauf der RWE-Anteile war bereits im Februar über die Bühne gegangen. Hochtief hält knapp über 50 % der Anteile an dem Bau- und Bergbaukonzern.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) habe noch keine spezielle Untersuchung des Falls eingeleitet, sagte eine Sprecherin. Generell sei es aber so, dass meldepflichtige Tatbestände routinemäßig geprüft würden.

Unterdessen wird Hochtief den Vorstand von fünf auf sechs Mitglieder erweitern. Neuer Vorstand für die Bereiche Integration der Konzernunternehmen sowie Geschäftsentwicklung wird Martin Rohr (48), der 1994 zu Hochtief kam.

Auch an der Spitze des Aufsichtsrats steht ein Wechsel an. Der ehemalige RWE-Chef Diemtar Kuhnt legte am Freitag sein Amt nieder, bleibt aber Mitglied des Gremiums. Neuer Aufsichtsratschef wird Martin Kohlhaussen.

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