Konzernchef Marchionne hält laut Zeitung Gewinne in diesem Jahr für unerreichbar
Sanierung von Fiat dauert länger als geplant

Der italienische Fahrzeughersteller Fiat wird in diesem Jahr entgegen seinen bisherigen Planungen wohl weiterhin einen Betriebsverlust ausweisen. Bislang hatte der größte italienische Industriekonzern versprochen, 2004 operativ und 2005 unterm Strich schwarze Zahlen zu schreiben.

mab MAILAND. Doch der seit Anfang Juni amtierende Vorstandschef Sergio Marchionne hält nach Informationen der Tageszeitung „La Republica“ die Prognosen seines Vorgängers Giuseppe Morchio für unerreichbar. Das Unternehmen wollte sich gestern dazu nicht äußern. Am kommenden Montag werde der Verwaltungsrat eventuelle Abweichungen vom bisherigen Plan diskutieren, sagte ein Sprecher. Am selben Tag wird Fiat auch die Ergebnisse des zweiten Quartals bekannt geben.

Kategorisch hat das Unternehmen die von der „Republica“ beschriebene Notwendigkeit einer erneuten Kapitalerhöhung ausgeschlossen. Fiat hatte erst im vergangenen Sommer von seinen Anteilseignern frische Mittel in Höhe von 1,8 Mrd. Euro eingesammelt. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hatte das Unternehmen aber betont, dass weitere Beteiligungsverkäufe notwendig sein könnten, um die Kerngeschäftsfelder Auto und Nutzfahrzeuge zu sanieren. Analysten gehen davon aus, dass insbesondere der zur Fiat- Gruppe zählende Komponentenhersteller Magneti Marelli sowie der Industrieanlagenbauer Comau veräußert werden könnten.

Im ersten Quartal hat Fiat den Betriebsverlust im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum auf 158 Mill. Euro mehr als halbiert; netto hat das Unternehmen 194 Mill. Euro verloren, fast 500 Mill. Euro weniger als im ersten Quartal 2003. Im zweiten Quartal hat ein rund 20-tägiger Streik im Werk Melfi zu einer Minderproduktion von 40 000 Autos geführt, was das Quartalsergebnis mit etwa 50 Mill. Euro belasten wird. Die Fiat-Aktie verlor gestern zwischenzeitlich mehr als 6 Prozent.

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