Konzernchef Neville Isdell verkündet das Aus für hiesige Konzessionäre
Coca-Cola will sich von deutschen Partnern trennen

Der weltgrößte Softdrink-Hersteller Coca-Cola will sein Deutschland-Geschäft radikal neu ordnen. Für die Abfüllung soll künftig nur noch ein einziges Unternehmen zuständig sein, die Coca-Cola Erfrischungs-Getränke AG (CCEAG) mit Sitz in Berlin.

HB DÜSSELDORF. Damit steht das System aus insgesamt neun Konzessionären, die die Coca-Cola-Produkte in Deutschland abfüllen und vertreiben, vor dem Ende. Offen ist, welche Auswirkungen die Entscheidung auf Arbeitsplätze und Abfüll-Standorte haben wird.

Die Entscheidung, das deutsche Vertriebssystem zu vereinfachen, wurde am Donnerstagabend von Coke-Chef Neville Isdell in New York bekannt gegeben. Vorausgegangen waren jahrelange Verhandlungen zwischen den acht unabhängigen deutschen Konzessionären über eine Neuausrichtung des Abfüllersystems. In weiteren Gesprächen sollen nun neue Formen der Zusammenarbeit ausgelotet werden, sagte eine Konzernsprecherin in Berlin. Die Verträge mit den Konzessionären laufen in den Jahren 2007 bis 2011 aus. Derzeit stimmen die deutschen Konzessionäre ihr weiteres Vorgehen ab. Deshalb wollten die Unternehmen am Freitag keinen Kommentar abgeben.

Die CCEAG hält derzeit rund zwei Drittel des Absatzvolumens in Deutschland und füllte im vergangenen Jahr rund 2,5 Milliarden Liter ab. Bei den anderen Konzessionären handelt es sich teils um mittelständische Unternehmen, teils um die Töchter großer Brauereien. So sind beispielsweise Interbrew Deutschland und auch die saarländische Karlsberg- Gruppe jeweils im Besitz einer Coca- Cola-Lizenz. In Deutschland war Coke vor allem durch die Einführung des Dosenpfands unter Druck geraten. Der Konzern verlor Marktanteile an den Konkurrenten Pepsico und die Handelsmarken der Discounter.

Während mittelständische Konzessionäre wie die Mannheimer HM Interdrink im Jahr 2003 ihren Umsatz mit Coca-Cola-Produkten um 5,5 Prozent steigern konnten, nahmen die Erlöse der CCEAG um 4,5 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro ab. Deshalb herrscht bei den Konzessionären insgeheim Unverständnis über die Entscheidung der Konzernzentrale, nur noch den Berlinern eine Lizenz zu erteilen.

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