Konzernchef Reithofer sieht kein Ende der Baumisere in Deutschland
Wienerberger profitiert von höheren Preisen

Der größte österreichische Baukonzern Wienerberger hat das vergangene Jahr mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg um 14 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern nahm um 21 Prozent auf 406 Millionen Euro zu, teilte der Konzern gestern in Wien mit.

HANDELSBLATT, 16.2.2005 oli WIEN. Akquisitionen unter anderem in Osteuropa und höhere Preise, die Wienerberger durchsetzen konnte, führten zu diesem Resultat, das die Prognosen des Konzerns und der Analysten übertraf

.

Das organische Wachstum lag bei acht Prozent. 630 Mill. Euro gab Wienerberger im vergangenen Jahr für Investitionen aus. Für dieses Jahr rechnet Konzernchef Wolfgang Reithofer mit deutlich weniger: 270 Mill. Euro wolle er in weiteres Wachstum investieren, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Allerdings ist Reithofer weiter auf der Suche nach Zukäufen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, will Wienerberger dabei sein – und im Zweifelsfall auch mehr als die eingeplante Summe in die Hand nehmen. „Für 500 Mill. Euro müsste sich schon sehr viel machen lassen“, glaubt Reithofer.

In Deutschland profitierte Wienerberger von zusätzlichen Absatzmengen aus der Übernahme der Trost Ziegelwerke sowie besseren Preisen in einigen Regionen. Im vierten Quartal ließ die Nachfrage allerdings deutlich nach. „Deutschland liegt unter dem Schnitt“, stellt Reithofer fest. Eine gravierende Erholung sei nicht in Sicht. Wienerberger reorganisiert derzeit sein Deutschland-Geschäft. Zwei Standorte werden verkleinert, zwei neue bei Heidelberg und Nürnberg aufgebaut.

Die höchste Ergebnissteigerung erzielten die Wiener in Nord-Westeuropa. Die Gründe dafür waren die Übernahmen von Koramic und The Brick Business in England sowie höhere Margen in vielen großen Ländern. Im vierten Quartal sind die Ergebnisse in Osteuropa leicht zurückgegangen. dafür gibt es nach Meinung der Wiener zwei Gründe: Das Vergleichsquartal 2003 war außerordentlich stark. Außerdem ist mit Ungarn einer der wichtigsten Märkte wegen niedrigerer Wohnbauförderungen geschrumpft. „In Osteuropa gibt es Schwächephasen“, räumt Reithofer ein.

Für 2005 rechnet der Vorstand insgesamt mit einer Fortsetzung des Wirtschaftswachstums in Osteuropa – im Gegensatz zu Deutschland: Dort kalkulieren die Österreicher ein Minus von zehn Prozent im Wohnungsbau ein. Für den Konzern bleibt Reithofer bei seinen Zielen und will das Ergebnis jährlich um mindestens zehn Prozent steigern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%