Konzernchef Rorsted
Henkel kommt mit Einsparungen voran

Der Düsseldorfer Familienkonzern Henkel erreicht die geplanten Einsparungen aus der Übernahme des US-Konkurrenten National Starch früher als geplant. "In diesem Jahr erwarten wir aus der Integration bereits Einsparungen von 150 Millionen Euro", sagte der neue Henkel-Chef Kasper Rorsted. Außerdem spricht er im Handelsblatt-Interview über Fokussierung auf weniger Marken und Wachstum in Schwellenländern.

Handelsblatt: Wie definieren Sie Alter?

Rorsted: Ich finde es immer spannend mit unterschiedlichen Altersgruppen zu sprechen. Man sieht, dass man alt wird, wenn man nicht mehr weiß, was die jungen Leute bewegt.

Im Dax führen Sie quasi die Erstklässlerfraktion. Mit Simone Bagel-Trah, der neuen Chefin von Aufsichtsrat und Gesellschafterausschuss bei Henkel, sind sie 87 Jahre alt und damit das jüngste Führungsduo. Ist das Zufall?

Über die anderen Unternehmen kann ich nicht sprechen. Bei uns hat sich das so ergeben. Dass wir beide jung sind, ist vielleicht Zufall. Der Wechsel selbst war aber weit im Voraus geplant. Extern ist das alles sehr aufregend, aber intern war die Entscheidung lange gefallen. In aller Harmonie und Ruhe.

Ist es ein deutsches Phänomen, als junges Gespann solch eine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen?

Da habe ich nie drüber nachgedacht. Aber vielleicht kommt man in Amerika schneller an die Spitze als in Europa.

Woran liegt das?

In vielen Ländern geht es in erster Linie um Performance, nicht um Seniorität. Das hat sich in Deutschland zwar auch gedreht, aber in der Vergangenheit musste man oft viele Jahre dabei sein, bis man nach oben kam. Als ich Compaq-Chef wurde, war ich Mitte Dreißig, bei mir hat Alter also nie eine Rolle gespielt.

Sie sind angetreten mit dem Anspruch, die Führung zu verjüngen und mehr Frauen einzustellen. Ist das gelungen?

Ja, das haben wir geschafft. Aber wir haben keine Quote und werden auch keine haben. Am Ende muss immer die Qualität stimmen.

Ist es schwierig, einen so traditionsschwangeren Familienkonzern wie Henkel jünger, bunter, weiblicher zu machen?

Man muss langfristig denken, und das passt sehr gut zur Tradition von Henkel. Ich habe hier nicht mehr Widerstand gefunden als bei Hewlett Packard oder Compaq.

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