Konzernchef Tellier bekräftigt Schließungspläne
Bombardier kann Bahnwerke nur zur Hälfte auslasten

Bombardier Transportation, die seit letztem Jahr in Berlin angesiedelte Bahn-Sparte des kanadischen Verkehrstechnik-Konzerns, steht vor einem stürmischen Frühjahr.

BERLIN. Die bereits angekündigten, aber noch nicht konkretisierten Werksschließungen sowie ein begonnener drastischer Umbau der Führungsstrukturen sorgen nach Angaben aus Betriebsratskreisen an den neun deutschen Standorten „für große Befürchtungen“. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt sagte der Vorstandschef des Gesamtkonzerns Bombardier Inc., Paul Tellier, allerdings, dass die deutschen Werke nach seinem Eindruck in puncto Auslastung und Profitabilität zu den besseren der 35 europäischen Konzernstandorte zählten.

„Die Gefahr einer Schließung für diese First-Class-Werke ist relativ gering“, sagte Tellier. Er betonte jedoch, dies sei keine Garantieerklärung für die Standorte. Der Konzern halte daran fest, voraussichtlich sechs bis sieben Werke in Europa zu schließen. Es gelte, dramatische Überkapazitäten abzubauen. Die durchschnittliche Auslastung liege unter 50 %. Ein Branchenberater ist sich sicher, dass die Vorentscheidungen für Werksschließungen bereits gefallen seien: „Die wissen bereits, wo sie rechnen lassen“, sagte er dem Handelsblatt.

Aus unternehmensnahen Kreisen ist zu hören, dass in Deutschland vor allem der Standort Halle-Ammendorf als stark gefährdet gilt. Vor zwei Jahren war eine Schließung durch eine Intervention von Bundeskanzler Gerhard Schröder noch vereitelt worden. Doch die Pläne des Konzerns, die zu den ehemaligen Waggonbau-Kombinaten der DDR zählende Fabrik zu einem zentralen Standort für Wartung, Instandhaltung und Fahrzeug-Umbau („Center of Excellence“) sind offenbar mangels Aufträgen gescheitert. Tellier wollte sich dazu nicht äußern.

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