Konzernchef Tomat strebt lokale Kooperationen an
Nordmilch zieht es ins Ausland

Der Bremer Nordmilch-Konzern will seine Abhängigkeit vom Inlandsmarkt verringern. Hierzu will Nordmilch-Chef Stephan Tomat drei Produktionsstätten im Ausland gründen.

ire HB BREMEN. Der ehemalige Nestlé-Manager will die Expansion des zweitgrößten deutschen Milchverarbeiters nach Osteuropa und nach Asien vorantreiben. Die Ausweitung des Auslandsgeschäftes soll möglichst kostengünstig beispielsweise über Kooperationen mit lokalen Herstellern erfolgen. „Wir wollen zur Finanzierung nicht in den großen Topf greifen“, sagte Tomat gestern auf der Bilanzpressekonferenz des Molkerei-Konzerns in Bremen. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz von Nordmilch (Marke: Milram) von zuletzt 2,1 Mrd. Euro soll von 25 Prozent mittelfristig auf 45 Prozent steigen.

Nach Scheitern der Fusionsverhandlungen mit der westfälischen Humana Milchunion, dem größten deutschen Molkereiunternehmen, fährt Nordmilch nach Tomats Angaben erst einmal eine „Solitärstrategie“. Man schaue sich weiter nach neuen Partnern um, ohne jedoch auf eine Fusion fixiert zu sein. Aber auch die Tür zwischen Humana und Nordmilch sei noch nicht endgültig zugefallen. Anfang Mai begannen die Bauarbeiten für ein gemeinsames Molkewerk in Altentreptow für 42 Mill. Euro. Tomat bedauert das Scheitern der Verhandlungen im letzten Herbst – selbst mittelgroße ausländische Molkereikonzerne wie Lactalis oder Bongrain seien den deutschen Genossenschaften in Punkto Auslandspräsenz oder Investitionen in Forschung und Entwicklung weit überlegen.

Die gescheiterte Großfusion zwischen dem skandinavischen Molkereikonzern Arla (Marke: Buko) und der niederländisch-deutschen Campina (Marke: Landliebe) sehen die norddeutschen Milchverarbeiter mit großer Erleichterung: Nordmilch bleibt somehr Zeit für die eigene Restrukturierung.

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