Konzernchef will auf wachsenden Preisdruck reagieren
Linde prüft neues Gabelstapler-Werk in Osteuropa

Der Anlagenbauer und Gasespezialist Linde erwägt angesichts des zunehmend schwierigen Geschäfts mit Gabelstaplern den Bau eines Werks in Osteuropa. Der Markt laufe in diesem Jahr nicht wie geplant, sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München vor rund 1600 Aktionären. „Es ist jetzt nochmal anspruchsvoller geworden, unsere Ziele, die wir uns in diesem Segment gesetzt haben für dieses Jahr, zu erfüllen.“

HB MÜNCHEN. Für den Konzern bekräftigte Reitzle die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr und geht von einem Umsatz- und Gewinnplus aus. „Allerdings dürfte der Ergebnisanstieg im Vergleich zum Vorjahr etwas verhaltener ausfallen“, ergänzte der Linde-Konzernchef. Aktionärsvertreter lobten die Fortschritte des Unternehmens, verlangten aber noch mehr Tempo bei der Steigerung der Profitabilität.

Durch bisherige Sparbemühungen und den Boom in den vergangenen Jahren hätten härtere Einschnitte im Gabelstapler-Geschäft bisher vermieden werden können. Man müsse sich aus Gründen der Vorsicht nun aber zumindest mit der Planung eines großen Ost-Werkes auf den wachsenden Preisdruck einstellen, erläuterte der Vorstandsvorsitzende. Eine konkrete Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte er. Mit dem Betriebsrat wolle man darüber sprechen, wie Verlagerungen vermieden werden könnten. Eine Schließung eines anderen Standortes könne aber nicht ausgeschlossen werden, falls es zum Bau des Werkes kommen sollte.

Ende März hatte Linde bereits einen Arbeitsplatzabbau bei der Gabelstapler-Tochter Still angekündigt. Danach soll bis Ende 2007 jeder zehnte der 2000 Jobs in Hamburg wegfallen, am Standort Reutlingen werden 43 der 520 Stellen gestrichen.

Auch im umsatzstärksten Geschäftsbereich Gase will Linde sein Kostensenkungs- und Wachstumsprogramm wie geplant fortsetzen und so die Rendite voranbringen. Im Fokus stünden vor allen Asien und Osteuropa, wo man sich mit Übernahmen für die das erwartete Marktwachstum gerüstet habe, sagte Reitzle.

Zu Spekulationen um einen möglicherweise bevorstehenden Anteilsverkauf sagte er, man stehe zwar in engem Kontakt zu den Großaktionären Allianz, Commerzbank und Deutsche Bank, sei aber „an solchen Entscheidungen nicht beteiligt.“ Von seinen Aktionäre wollte sich Linde die Zustimmung zu neuem Genehmigten Kapital von 40 Mill. Euro einholen. Damit verfüge Linde dann über ein Genehmigtes Kapital von insgesamt 120 Mill. Euro, sagte Reitzle. „Ich möchte jedoch ausdrücklich betonen, dass es derzeit keine konkreten Pläne für eine Kapitalerhöhung gibt“, ergänzte er. Linde wolle mit dem neuen Genehmigten Kapital aber Möglichkeiten für weiteres Wachstum nutzen.

Aktionärsschützer würdigten die erreichten Verbesserungen. „2004 war ein glänzendes Jahr für Linde“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

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