Konzerne auf Sparkurs
Bergbaukonzerne streichen angesichts fallender Preise die Investitionen

Die weltweite Wirtschaftskrise ist da, und sie trifft die großen Rohstoffkonzerne hart. Anglo American kündigte gestern einen strikten Sparkurs an, Konkurrent Rio Tinto gibt seine Pläne für eine Beteiligung an einem milliardenschweren Aluminium-Projekt in Saudi-Arabien auf.

Reuters/LONDON. Anglo American - unter anderem der weltgrößte Platin-Produzent - fährt die Investitionen um mehr als die Hälfte auf 4,5 Mrd. Dollar zurück. Diese Einsparungen will Anglo in erster Linie durch die Verschiebung geplanter Projekte erzielen. "Angesichts der schnellen Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mussten wir entschiedene Maßnahmen einleiten", sagte Konzernchefin Cynthia Carroll.

Wie die Konkurrenz leidet Anglo unter den Folgen der Wirtschaftskrise und der rapide nachlassenden Nachfrage nach Rohstoffen, vor allem aus den bis vor Kurzem noch boomenden Schwellenländern. Deshalb muss die Branche die Förderung drastisch zurückfahren. Derzeit fällt der Preis für wichtige Metalle wie Platin und Nickel so rasant wie noch nie. Seit Jahresbeginn hat der Index für Industriemetalle an der London Metal Exchange mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.

Anglo American ist nicht der einzige Bergbaukonzern, der sparen muss. Rio Tinto sehe sich nicht in der Lage, wie ursprünglich geplant 49 Prozent an dem Joint Venture Alumco zu finanzieren, teilte der Partner Saudi Arabian Mining Co. mit. Konzernchef Dick Evans habe den Rückzieher von dem schätzungsweise zehn Mrd. Dollar teuren Projekt mit der Wirtschafts- und Finanzkrise begründet. Die Zusammenarbeit hinsichtlich technischer Unterstützung und Beratung wolle Rio Tinto aber fortsetzen.

Die Saudis wollen nun Möglichkeiten prüfen, seine Kosten zu senken. Alumco soll jährlich 740 000 Tonnen Aluminium produzieren. Rio Tinto hatte vor wenigen Wochen bereits angekündigt, 14 000 Stellen abzubauen und die Investitionen um fünf Mrd. Dollar zurückzufahren. "Bilanzen, die noch vor wenigen Wochen robust ausgesehen haben, wirken jetzt angespannt", warnen die Analysten der Deutschen Bank. mm/Reuters

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