Konzerne fahren Produktion zurück
Krise erreicht Thyssen und Salzgitter

Die Stahlkonzerne Thyssen-Krupp und Salzgitter können sich dem Abschwung der Branche nicht entziehen. Nach einem Rückgang bei den Aufträgen werde die Fertigung in zwei Bereichen im Dezember und Januar um bis zu 30 Prozent zurückgefahren, sagte ein Salzgitter-Sprecher. Die Produktion wird damit deutlich stärker gedrosselt als angekündigt. Betroffen seien die Weiterverarbeitung von Flachstahl zu Blechen und der Bereich Stahlträger.

DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Rivale Thyssen-Krupp fährt den Zukauf von Brammen komplett zurück und dampft die Weiterverarbeitung ein. Grund sei die schwache Nachfrage nach Flachstahl, sagte ein Konzernsprecher.

Die Unternehmen reagieren mit den Kürzungen auf den Nachfragerückgang aus der Automobil- und Bauindustrie. Nach Einschätzung der BHF-Bank muss die Industrie mit dem Abflauen der Weltwirtschaft beim Auftragseingang ein Minus von rund 30 Prozent verkraften. Weltmarktführer Arcelor-Mittal hatte bereits angekündigt, in seinen Hütten im Schlussquartal 35 Prozent weniger Stahl zu schmelzen. Mit der Angebotsverknappung will das Unternehmen die Preise stabilisieren.

Während Arcelor-Mittal Stahlwerke vorübergehend stilllegt, muss Salzgitter eigenen Angaben zufolge die Rohstahlproduktion nicht kappen. Bislang sei bei der Konkurrenz Stahl zur Weiterverarbeitung eingekauft worden, da könnte nun gekürzt werden, sagte der Konzernsprecher. „Die Stahlproduktion wird weiterlaufen.“ Im vergangenen Jahre produzierte Salzgitter rund 7,5 Millionen Tonnen Stahl – halb so viel wie Thyssen-Krupp.

Durch Akquisitionen hat Salzgitter-Chef Wolfgang Leese seinen Konzern in den vergangenen Jahren breiter aufgestellt und damit resistenter gegen Krisen gemacht. Nach dem Einstieg ins Röhrengeschäft folgte 2007 der Erwerb des Maschinenbauers Klöckner. Beteiligt ist Salzgitter auch an der Norddeutschen Affinerie.

An der Prognose für das Gesamtjahr hält Salzgitter trotz des schwierigeren Marktumfelds fest. Andere Geschäftsfelder wie Röhren und Grobbleche liefen unverändert gut, sagte ein Sprecher. Zuletzt hatte die Gesellschaft einen Vorsteuergewinn von mehr als einer Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Im dritten Quartal hielt der Aufwärtstrend nach Einschätzung der Commerzbank an. Analyst Ingo-Martin Schachel erwartet allerdings für 2009 ein Ergebniseinbruch. Der Konzern will kommende Woche seine Bilanz vorlegen.

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