Konzerne teilen sich künftig Schlüsseltechnologien der Grünen Gentechnik
Bayer und Monsanto legen Patentstreit bei

Die Einigung von Bayer AG und Monsanto Co. über ein ganzes Bündel umstrittener Patente wird die Kräfteverhältnisse in der Agrochemiemarkt auf den Kopf stellen. Die Vereinbarung sieht vor, dass sich die beiden Konzerne künftig Schlüsseltechnologien zur Herstellung von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen teilen. Dabei geht es sowohl um Ackerpflanzen, die per Genveränderung gegen Unkrautvernichtungsmittel resistent sind, als auch um solche, denen gentechnisch Abwehrkräfte gegen Schadinsekten gegeben wurden.

abo DÜSSELDORF. Die Vereinbarung ermöglicht beiden Konzernen nunmehr den Zugriff auf die jeweiligen Patente des anderen, was die Forschung und Entwicklung erleichtert und Sicherheit bei der Markteinführung neuer Produkte schafft. Für diesen Zugriff werden nach Angaben eines Bayer-Sprechers jeweils Zahlungen fällig, deren Volumen aber von keiner der beiden Firmen beziffert wurde. Auch über den wirtschaftlichen Wert der Einigung machten sie keine Angaben.

Mit der Vereinbarung legen Bayer, mit 6,5 Mrd. Euro Jahresumsatz Nummer zwei am Pflanzenschutz-Weltmarkt, und die stark gentechniklastige Monsanto, mit 4,8 Mrd. $ Umsatz, Nummer drei am Markt, einen langjährigen Rechtsstreit bei. Diese hatte trotz eines Teilerfolgs für Monsanto im Frühjahr für beide Gesellschaften zum Geschäftsrisiko zu werden gedroht.

In der Branche ist die Einigung wie eine Bombe eingeschlagen. "Die beiden haben sich darauf verständigt, lieber die Gentechnik für Nutzpflanzen am Markt zu pushen, als sich gegenseitig zu bekriegen", sagte Agrochemie-Analyst Heinz Müller bei der DZ Bank. "Damit ist für beide der Weg zu einer besseren Marktpenetration frei."

Das nützt nicht nur Monsanto, die schon gut ein Drittel ihres Umsatzes aus dem Gentech-Business und dem damit verbundenen Saatgutgeschäft ziehen und die bei Gentech-Nutzpflanzen derzeit einen auf Dauer unhaltbaren Marktanteil von 90 % haben. Bayer Crop Science, bei denen die weitgehend vom Aventis-Crop-Vorläufer Hoechst-Schering-Agrevo übernommene Grüne Gentechnik erst 5 % zum Umsatz beisteuert, kann nun unbeschwert in den von Monsanto vorbereiteten Markt expandieren.



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