Konzerne vereinbaren eines der weltweit größten Erdgasprojekte in der arktischen Barentssee
Statoil und Gazprom kooperieren

Norwegens größter Energiekonzern, Statoil, und der russische Öl- und Gasriese Gazprom wollen gemeinsam in die Erdgasförderung in der arktischen Barentssee investieren. Wie der staatlich kontrollierte norwegische Konzern gestern mitteilte, sei eine Absichtserklärung von Statoil und Gazprom unterzeichnet worden.

hst STOCKHOLM. In den kommenden sechs Monaten wollen beide Unternehmen die Möglichkeiten der Erdgasförderung in dem russischen Shtokman-Feld untersuchen. Gleichzeitig bot Statoil dem russischen Konzern einen Teileinstieg in das Snoehvit-Flüssiggasprojekt im norwegischen Teil der Barentssee an. Snoehvit ist das erste kommerzielle Energieförderprojekt in der Arktis. Statoil baut dort eine sechs Mrd. Euro teure Flüssiggasanlage, die von 2006 an Erdgas vor allem in die USA und nach Spanien liefern wird. Statoil hält an Snoehvit 33,5 Prozent und ist nach Aussagen eines Unternehmenssprechers zur Abgabe eines Teils an Gazprom gegen eine Beteiligung an Shtokman bereit.

Das Interesse von Statoil an einem Einstieg in das Shtokman-Feld ist verständlich: Mit geschätzten Erdgasvorkommen von 3,3 Billionen Kubikmetern zählt es zu den größten der Welt. Russland will in den kommenden Monaten über die Beteiligung ausländischer Partner an der Erdgasförderung entscheiden. Energieriesen wie Exxon Mobil, Conoco Phillips, Total und Chevron Texaco stehen in den Startlöchern und hoffen auf eine Beteiligung.

Dem norwegischen Konzern werden gute Chancen eingeräumt, da er durch das Snoehvit-Projekt bereits erste Erfahrungen mit der Erdgasförderung in der Arktis sammeln konnte. Außerdem kann Statoil dem russischen Unternehmen über seine Erdgasaktivitäten im nordamerikanischen Cove Point/Maryland Zugang zu dem für Gazprom wichtigen US-Markt bieten. In Cove Point sind die Norweger an einem Erdgasterminal beteiligt, über den ab 2006 das Flüssiggas aus dem Snoehvit-Feld in die USA geliefert werden soll. Die Aktien von Gazprom und Statoil blieben nahezu unverändert.

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