Konzerne wie Schering loten Übernahmen und Kooperationen aus
Ausländische Anbieter drängen auf Japans Pharmamarkt

Der japanische Pharmamarkt steht vor einer Konsolidierungswelle. Experten erwarten durch neue Übernahme-Richtlinien und wegen des wachsenden Kostendrucks auf Medikamentehersteller eine Reihe von Übernahmen und Kooperationen in dem Land. „In drei bis fünf Jahren wird niemand den japanischen Pharmamarkt wiedererkennen“, sagte der Präsident von Nihon Schering, Jose Martino Alba, dem Handelsblatt. Japanische Unternehmen seien mittlerweile sehr viel gesprächsbereiter als noch vor einigen Jahren.

bas HB TOKIO. Nihon Schering ist die japanische Tochtergesellschaft der Schering AG. Der Pharmakonzern will die Veränderungen für Übernahmen und Kooperationen nutzen. „Ein Umbruch wie heute in Japan bietet für alle Unternehmen Chancen“, sagte Forschungsvorstand Günter Stock. Man habe bereits Kandidaten im Auge. Dabei geht es unter anderem um die Lizenzierung einzelner Produkte. Im Bereich Therapeutika sei Schering an einer Stärkung interessiert, zum Beispiel bei Medikamenten gegen Krebsleiden.

„Es kommt uns darauf an, dass wir Innovation und Infrastruktur zum Forschen und Entwickeln dazubekommen“, sagte Stock. Verhandlungen bräuchten aber immer noch viel Zeit in Japan.

Der japanische Pharmamarkt ist in Bewegung – beispielsweise, weil die Registrierung von Medikamenten durch die zunehmende Akzeptanz internationaler klinischer Studien leichter wird. Wegen des von der Regierung verstärkten Kostendrucks müssen die häufig noch kleinen und auf den Heimatmarkt konzentrierten japanischen Pharmafirmen umdenken. Die Unternehmen seien mittlerweile zu Rationalisierungen gezwungen und viel eher zu Verkäufen von Einzelbereichen oder Fusionen bereit, sagte Sche- ring-Manager Alba.

Zu den Umbrüchen in der Branche kommt in Japan eine Änderung im Commercial Code kommendes Jahr, die voraussichtlich ab Anfang 2006 ausländischen Unternehmen Zukäufe durch Aktientausch erlauben wird. „Das erleichtert Übernahmen oder Einlizenzierungen natürlich“, sagte Stock. Schering hatte vor vier Jahren Mitsui Pharmaceuticals übernommen. Damals war ein Aktientausch noch nicht möglich.

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