Konzernergebnis schrumpft
Dialysekonzern FMC spürt Sparmaßnahmen der USA

Der weltgrößte Blutwäschekonzern Fresenius Medical Care bekommt Gegenwind zu spüren. Das schlägt sich in der Quartalsbilanz nieder – um neun Prozent sinkt das Konzernergebnis. Besser steht die Mutter Fresenius da.
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Frankfurt

Frankfurt, 30. Jul (Reuters) - Die Kürzungen im amerikanischen Gesundheitssystem setzen dem weltgrößten Dialyse-Anbieter Fresenius Medical Care (FMC) zu. Zwar baute der Blutwäsche-Spezialist im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz aus. „Auf der anderen Seite hatten wir aufgrund der allgemeinen Budgetkürzungen in den USA mit Gegenwind zu kämpfen, der sich auch in unserem Ergebnis ausgewirkt hat“, räumte Firmenchef Rice Powell am Dienstag bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal ein. An den Geschäftszielen für das Gesamtjahr hielt der FMC-Chef gleichwohl fest.

An der Börse konnte die FMC-Aktie gut 1,2 Prozent auf 48,99 Euro zulegen. Die Aktie des Mutterkonzerns Fresenius büßte mehr zwei Prozent auf 96,81 Euro ein, obwohl das Unternehmen zahlen seine Prognose für 2013 erhöhte.

FMC hat seit Jahresbeginn mit einem härteren Dialysemarkt in den USA zu kämpfen. So gibt es inzwischen eine Steuer auf medizinische Geräte, zudem wurden im April automatische Haushaltskürzungen wirksam. Im staatlichen Versicherungssystem wurde die Erstattung von Dialyse-Behandlungen chronisch Nierenkranker um zwei Prozent gesenkt. Im zweiten Quartal schrumpfte deswegen der Konzerngewinn um neun Prozent auf 263 Millionen Dollar. Damit verfehlte FMC die Schätzungen der Analysten, die FMC im Schnitt einen Überschuss von 280 Millionen Dollar zugetraut hatten.

Die durchschnittliche Vergütung pro Dialyse-Behandlung in den USA - eine der Kernkennzahlen in der Branche - stieg zwar im zweiten Quartal auf 355 Dollar nach 351 Dollar vor Jahresfrist. Die Kosten pro Behandlung nahmen allerdings ebenfalls zu: Sie erhöhten sich auf 291 Dollar von 280 Dollar ein Jahr zuvor. Konzernchef Rice Powell bekräftigte dennoch die Jahresziele 2013: Der Gewinn soll zwischen 1,1 und 1,15 Milliarden Dollar verharren.
Den Umsatz will FMC auf mehr als 14,6 Milliarden Dollar ausbauen - das wäre ein Plus von mehr als sechs Prozent.

Mit Entspannung im US-Dialysegeschäft ist derzeit nicht zu rechnen. Erst vor wenigen Wochen wurden Pläne der staatlichen Gesundheitsversicherungen Medicare und Medicaid bekannt, die neue Kürzungen im kommenden Jahr vorsehen. FMC-Chef Powell will deshalb die Kosten im Griff halten. Das zu Jahresbeginn eingeleitete Sparprogramm werde vorangetrieben, sagte der FMC-Chef. „Auf dieser Grundlage werden wir unsere Spitzenposition behaupten“, sagte Powell.

FMC betrieb Ende Juni weltweit 3212 eigene Dialysekliniken - ein Zuwachs von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der versorgten Blutwäsche-Patienten nahm ebenfalls um drei Prozent auf 264.290 zu

Mutterkonzern Fresenius erhöht Jahresziele

Erheblich besser läuft es zur Zeit beim FMC-Mutterkonzern Fresenius. Vor allem starke Geschäfte der Krankenhaustochter Helios und der Sparte Kabi, die unter anderem im Geschäft mit Nachahmerarzneien für Kliniken aktiv ist, schoben den Gewinn im zweiten Quartal an. Fresenius profitierte von der Übernahme der US-Firma Fenwal, mit der der Konzern zum weltgrößten Anbieter von Bluttransfusionstechnik aufstieg. Auch in den aufstrebenden Märkten lief es rund. „Wir gewinnen weiter an Stärke in den schnell wachsenden Schwellenländern und arbeiten konsequent an vielversprechenden Wachstumsvorhaben“, gab sich Konzernchef Ulf Schneider optimistisch.

Seinen Gewinn will das Unternehmen mit seinen inzwischen rund 173.000 Beschäftigten im Gesamtjahr währungsbereinigt nun um elf bis 14 Prozent steigern. Bislang hatte Schneider ein Plus von sieben bis zwölf Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz soll wie bisher geplant währungsbereinigt um sieben bis zehn Prozent klettern. Im zweiten Quartal nahm der bereinigte Gewinn um rund zehn Prozent auf 258 Millionen Euro zu. Analysten hatten 264 Millionen Euro erwartet. Fresenius setzte von April bis Juni 5,1 Milliarden Euro um, nach 4,8 Milliarden Euro vor Jahresfrist.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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