Konzernmutter RAG holt Hauptverwaltung nach Essen
Chemiekonzern Degussa verlässt Düsseldorf

Der zum Essener RAG-Konzern gehörende Düsseldorfer Spezialchemiekonzern Degussa wird seine Hauptverwaltung komplett nach Essen verlagern. Die derzeit noch knapp 300 Mitarbeiter der Degussa-Hauptverwaltung sollen im Laufe des kommenden Jahres ihre Büros in der Landeshauptstadt räumen. Die Verlagerung ist Teil einer übergeordneten Unternehmensstrategie.

DÜSSELDORF. Der ursprüngliche Plan, zumindest die Service-Einheiten in Düsseldorf zu belassen, ist damit obsolet. Ein RAG-Sprecher sagte auf Anfrage: „Die Entscheidungen sind in den Gremien noch nicht gefallen.“

Im Zuge des für das Frühjahr 2007 geplanten Börsengangs der RAG strafft Konzernchef Werner Müller die Verwaltung. Die Obergesellschaften der Konzerntöchter Degussa, Steag und der Immobiliensparte werden in einer einheitlichen Führungs- und Steuerungsgesellschaft, der RAG Beteiligungs-AG, zusammengeführt. Ziel der Aktion mit dem Namen „Sirius” ist die Bildung eines integrierten Industriekonzerns und die Abschaffung von Zwischenholdings. Der Verwaltungsaufwand soll dadurch um 260 Millionen Euro pro Jahr oder gut ein Viertel sinken. Noch in diesem Jahr soll die RAG Beteiligungs-AG einen neuen Namen bekommen, anschließend auf eine Stiftung übertragen werden und dann ab Mai 2007 in mehreren Schritten an die Börse gehen.

Mit dem Emissionserlös von fünf bis sechs Milliarden Euro sollen die Kosten für den Ausstieg aus dem hochdefizitären Bergbau finanziert werden, den die RAG vor dem Börsengang abgibt. Auf einem Spitzentreffen am 29. November in Berlin wollen sich Vertreter von Politik, RAG und Gewerkschaften auf ein Datum für das Ende des Bergbaus einigen.

Wie es in den Kreisen weiter heißt, wird der Vorstand des an die Börse strebenden Industriekonzerns bereits im Dezember seine neuen Büros in der 20. Etage der RAG-Zentrale in Essen beziehen. Nach und nach würden die Vorstandsstäbe folgen und so auch die Degussa-Zentrale in Düsseldorf „zügig leer gezogen“. Mit Degussa verlässt ein weiteres Großunternehmen Düsseldorf: Auch Thyssen-Krupp hat angekündigt, der Landeshauptstadt den Rücken zu kehren und zieht von Ende 2008 an ebenfalls nach Essen um.

Die inzwischen nicht mehr börsennotierte Degussa peilt in diesem Jahr ein zehnprozentiges Plus bei Umsatz und Ergebnis an. In den ersten neun Monaten verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 679 Millionen Euro, teilte Degussa mit. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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