Konzernrevision beauftragt
MVV prüft Betriebsrats-Ausgaben

Vor dem Hintergrund der Spesen-Affäre beim Autobauer Volkswagen hat der Mannheimer Energieversorger MVV Energie die Konzernrevision mit einer Sonderprüfung der Ausgaben des Betriebsrats beauftragt.

HB FRANKFURT. „Das ist eine Sonderprüfung aus aktuellem Anlass“, sagte ein MVV-Sprecher am Mittwoch in Mannheim. „Wir wollen guten Gewissens vor die Öffentlichkeit treten können.“ Anhaltspunkte für Fehlverhalten bei Ausgaben und Spesen gebe es jedoch nicht. Hintergrund der Untersuchung seien mögliche Unregelmäßigkeiten im Zahlungsverkehr der Arbeitnehmervertretung bei Volkswagen (VW). Mit einem Ergebnis der Prüfung durch die Konzernrevision sei Ende August zu rechnen. Andere Organe des Versorgers wie Vorstand und Aufsichtsrat wurden nach Angaben des Sprechers im Zuge des jüngsten Effizienzsteigerungsprogramms durch die Konzernprüfer unter die Lupe genommen.

Der Betriebsrat kritisierte die Maßnahme. „Diese skandalöse Aktion ist ein verdeckter Angriff auf die Mitbestimmung und durch nichts gerechtfertigt“, sagte der geschäftsführende Betriebsrat der MVV-Mehrheitsbeteiligung Stadtwerke Kiel, Manuel Mertes, der „Frankfurter Rundschau“. „Einen Fall wie bei VW wird man bei uns sicher nicht finden“, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Mannheimer Zentrale, Manfred Lösch, der Zeitung.

Beim Wolfsburger Autokonzern Volkswagen war Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert im Sog der Korruptionsaffäre vorzeitig zurückgetreten. Personalvorstand Peter Hartz hat seinen Rücktritt angeboten und damit nach eigenen Angaben die politische Verantwortung für angeblich unkontrollierte Spesenbudgets für die Arbeitnehmervertretung übernommen.

Die Aktien des fünftgrößten deutschen Versorgers verteuerten sich am Mittwoch um knapp zwei Prozent auf 18,30 €. Die Papiere sind im Kleinwerteindex SDax gelistet.

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