Konzernspitze spricht von reinen Vorratsbeschlüssen
VW schafft Basis für Kapitalerhöhungen

Die Spitze des Wolfsburger VW-Konzerns will sich auf der Hauptversammlung größere finanzielle Spielräume einräumen lassen. Das geht aus der gestern veröffentlichten Einladung zu dem Aktionärstreffen hervor. Konzernchef Bernd Pischetsrieder betonte jedoch, dass dies ein reiner Vorratsbeschluss sei und nicht in Zusammenhang mit der aktuellen Ergebnisschwäche stehe. Eine Kapitalerhöhung sei zurzeit „definitiv nicht geplant“, sagte er.

hof FRANKFURT. Die Vorlage des VW-Konzernvorstands sieht vor, dass die Aktionäre den Weg freimachen, bis zum Jahr 2009 Options- und Wandelschuldverschreibungen in Höhe von bis zu 5 Mrd. Euro mit einer Laufzeit von längstens 20 Jahren zu begeben. Zusätzlich sollen die Anteilseigner die Regelungen über ein genehmigtes Kapital in Höhe von 400 Mill. Euro für die kommenden fünf Jahre verlängern. Als Begründung heißt es: „In den nächsten Jahren kann es erforderlich werden, das Wachstum des Volkswagen-Konzerns durch eine adäquate Eigenkapitalausstattung abzusichern.“

VW will sich nach eigenen Angaben die Möglichkeit eröffnen, „attraktive Finanzierungsmöglichkeiten“ zu nutzen. Für den Fall einer Erhöhung des Kapitals sollen die Aktionäre zwar ein grundsätzliches Bezugsrecht erhalten, das unter gewissen Bedingungen aber ausgeschlossen werden kann, heißt es in der Vorlage. Größter Einzelaktionär des Konzerns ist das Land Niedersachsen mit einem Anteil von 13,7 %, das angesichts leerer Landeskassen bei einer deutlichen Kapitalerhöhung wahrscheinlich passen müsste.

Zu Spekulationen um einen akuten Finanzbedarf war es gekommen, nachdem der Konzern zu Wochenbeginn die Erwartungen für das laufende Jahr kräftig gedämpft hatte. Statt einer erwarteten Ertragssteigerung rechnet Finanzchef Hans Dieter Pötsch für 2004 nur noch mit einem stagnierenden Ergebnis. 2003 hatte der VW-Konzern ohne Sonderbelastungen in Höhe von 711 Mill. Euro operativ 2,5 Mrd. Euro verdient. Pötsch schränkte weiter ein, dass dieses Ziel nur zu erreichen sei, wenn sich der Markt erhole. Um dauerhaft rentabler zu werden, hat Vorstandschef Pischetsrieder dem Konzern einen restriktiven Sparplan verordnet. Bis Ende 2005 will er damit die Kosten um mehr als 4 Mrd. Euro reduzieren. Pischetsrieders Konzept wird auch von der Arbeitnehmerseite unterstützt. Der Betriebsrat werde „das Programm positiv begleiten und mitgestalten“, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Arbeitnehmerseite.

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