Konzernumbau
Daimler streicht jede fünfte Verwaltungsstelle

Der neue Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche krempelt die Führungsstruktur des deutsch-amerikanischen Autobauers um. Tausende Stellen werden in der Verwaltung abgebaut, die Konzern-Zentrale wird verlegt. Insgesamt soll so jährlich eine Milliarde Euro eingespart werden.

HB STUTTGART. In den nächsten drei Jahren werden in der Verwaltung des Autokonzerns 6000 Stellen gestrichen; das ist etwa jeder fünfte Arbeitsplatz in der Verwaltung weltweit. Dies teilte die Daimler-Chrysler AG am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung in Stuttgart mit. Bereits im vergangenen Jahr war ein Programm zum freiwilligen Ausscheiden von 8500 Mitarbeitern in den deutschen Werken der Mercedes-Gruppe angekündigt worden.

Zusammen mit den bereits laufenden Sanierungsmaßnahmen sollen die Verwaltungskosten um rund 1,5 Mrd. Euro im Jahr verringert werden. Kern des von Zetsche zum 1. März angekündigten Führungsmodells ist der Abbau von Doppelarbeit in der Zentrale und bei den einzelnen Marken sowie eine schlankere Verwaltung. Gleichzeitig zieht die Konzernzentrale vom alten Standort in Stuttgart-Möhringen näher an die Produktion ins Motorenstammwerk Stuttgart-Untertürkheim um.

Der Gesamtbetriebsrat des Autokonzerns protestierte gegen die geplanten Personalabbau. Die Arbeitnehmervertreter haben nach eigenen Angaben die Entscheidung im Aufsichtsrat nicht mitgetragen. Der Betriebsrat wies daraufhin, dass für die Mitarbeiter in Deutschland bis Ende 2011 Beschäftigungssicherung gelte. Daher komme nur ein freiwilliges Ausscheiden in Betracht.

Der Nettoeffekt der am Dienstag angekündigten Maßnahmen werde eine Milliarde Euro pro Jahr betragen, hieß es weiter. Die Kosten für die Umsetzung für das Konzern-Umbauprogramm werden für den Zeitraum von 2006 bis 2008 mit insgesamt etwa zwei Mrd. Euro angegeben. „Ziel ist eine schlanke, bewegliche Struktur mit optimierten Prozessen,“ sagte Konzernchef Dieter Zetsche. Er kündigte an, dass Doppelkapazitäten auf Konzernebene und operativer Ebene abgebaut werden sollten. Entscheidungsprozesse sollten künftig kürzer und schneller werden. Zetsche betonte erneut, dass die Zusammenarbeit zwischen der Mercedes Car Group und der Chrysler Group „deutlich enger werden“ solle.

An der Börse wurde Zetsches neue Führungsmodell mit einem Kursaufschlag begrüßt. Die Aktien weiteten ihr Kursplus aus und waren mit einem Plus von 4,6 Prozent auf 44,61 Euro der größte Kursgewinner im Deutschen Aktienindex Dax.

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