Konzernumbau
Jenoptik-Chef will Schulden schnell senken

Die Jenoptik AG ist in diesem Jahr kräftig umgebaut worden. Vorstandschef Alexander von Witzleben weiß genau, wo es jetzt hingehen soll. Er will den Konzern möglichst schnell finanziell stabilisieren. Weitere Investitionen schließt er dennoch nicht aus.

HB JENA. „Zum Ende des ersten Halbjahrs wird die Nettoverschuldung auf rund 200 Millionen Euro sinken“, sagte er in Jena. Bis Ende 2007 soll sich der Betrag nochmals auf 100 Millionen Euro halbieren. Von Witzleben hatte den Verkauf der größten Konzerntochter M+W Zander AG (Stuttgart) mit einem Umsatzvolumen von 1,5 Milliarden Euro auch mit der zu geringen Finanzkraft des Jenaer Technologiekonzerns begründet. Jenoptik konzentriert sich nur noch auf die Geschäftsbereiche Laser, Optik, Sensoren und Mechatronik. Der Verkaufserlös von 150 Millionen Euro soll zum Schuldenabbau eingesetzt werden.

„Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht weiter investieren“, sagte der Konzernchef. „Wenn wir jährlich zehn Prozent Wachstum erreichen wollen, müssen wir das tun.“ Mit der Inbetriebnahme einer Produktionsstätte für Kunststoffoptiken in Triptis (Thüringen) und für Halbleiterbauteile in Berlin seien im Mai bereits zwei größere Investitionsprojekte abgeschlossen worden. Weitere Firmenkäufe zur Ergänzungen des Produktspektrums schloss er nicht aus. „Auch wenn der Konzernumbau abgehakt ist, haben wir keinen Grund, uns zurück zu lehnen.“

Als Problem sieht von Witzleben in den kommenden Jahren die Sicherung des Fachkräftebedarfs für den Optik-Konzern. „Wir müssen besonders in Ostdeutschland auf die demographische Entwicklung reagieren. Es ist erschreckend, wie gelassen auf Bevölkerungsschwund und Überalterung bisher geschaut wird.“ Bereits jetzt sei absehbar, „dass in einigen Jahren ganze Betriebsabteilungen fast geschlossen in den Ruhestand gehen“. Jenoptik will mit mehr Lehrstellenangeboten, aber auch dem Stopp von Vorruhestandsregelungen reagieren.

Kurz vor der Aktionärsversammlung am kommenden Mittwoch (7. Juni) bekräftigte von Witzleben die Geschäftsprognose für 2006. Der Jahresumsatz soll zwischen 420 bis 450 Millionen Euro betragen. „Nach dem guten ersten Quartal wird er eher am oberen Ende der Spanne liegen. Beispielsweise bei Lasern und Optik haben wir 50 Prozent mehr Auftragseingang.“ Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern wird ein Wert von 38 bis 44 Millionen Euro – ohne Holdingkosten – angepeilt. 2005 hatte Jenoptik wegen hoher Abschreibungen einen Konzernverlust von 69,4 Millionen Euro verbucht.

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