Konzernumbau
Peugeot-Citroën will schrumpfen, um zu wachsen

Der Absatz in China soll Peugeot-Citroën aus der Verlustzone holen. Das ist der Plan des PSA-Chefs Taveres. Die Modellpalette soll radikal zusammengestrichen werden – dafür wird eine neue Premiummarke geboren.
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ParisPSA-Chef Carlos Tavares will den angeschlagenen Autohersteller neu aufstellen – und so in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Die Modellpalette soll nahezu halbiert werden, die DS-Premiumlinie von Citroën soll zu einer eigenen Marke aufgebaut werden. So wollen die Franzosen bis 2018 einen operativen Gewinn von zwei Prozent erwirtschaften. Danach sollen über fünf Jahre jeweils fünf Prozent erwirtschaftet werden. Derzeit liegt die Marge der Franzosen bei Minus 2,9 Prozent, pro verkauftem Fahrzeug verlieren sie etwa 370 Euro.

Erst Ende März war der 55-jährige Tavares vom Konkurrenten Renault zu Peugeot-Citroën gewechselt. Nach Verlusten von insgesamt 7,5 Milliarden Euro in den vergangenen zweieinhalb Jahren muss er schnell umsteuern. Darum scheut sich Tavares auch nicht, die Modellpallette „aggressiv“ zusammenzustreichen. Im  Jahr 2022 will Peugeot nur noch 26 verschiedene Modelle anbieten, kündigte Tavares an. Derzeit sind es 45.

„Das sieht aus wie ein kleiner Schritt, aber es ist immerhin ein Anfang“, sagt Erich Hauser, Automobilanalyst der International Strategy & Investment Group, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Wenn man ein so großes Schiff steuert, kann man nicht erwarten, dass man das Steuer in wenigen Jahren herumreißen kann.“

Die Anleger sehen das weniger optimistisch: Als Reaktion auf die Ankündigung rutschte die Aktie in Paris um 3,1 Prozent auf 13,34 Euro ab. Über das Gesamtjahr konnte das Papier jedoch um 41 Prozent zulegen, was dem Autobauer derzeit einen Marktwert von 4,72 Milliarden Euro beschert.

Der Einstieg des chinesischen Autokonzerns Dongfeng beim VW-Konkurrenten ist seit Ende März offiziell besiegelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Dongfeng im Zuge einer Kapitalerhöhung um insgesamt drei Milliarden Euro für 800 Millionen Euro einen 14-Prozent-Anteil an PSA übernimmt. Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Die Peugeot-Familie verliert dadurch die Kontrolle über den Konzern.

Die Gründerfamilie Peugeot hat ihre Anteile von 25,5 auf 14 Prozent reduziert und damit erstmals in der 118-jährigen Unternehmensgeschichte ihre Kontrolle abgegeben. Mit Hilfe des neuen chinesischen Partners Dongfeng wollen die Franzosen auch endlich über Europa hinauswachsen.

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Kommentare zu " Konzernumbau: Peugeot-Citroën will schrumpfen, um zu wachsen"

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  • Peugeot-Citroën will schrumpfen, um zu wachsen
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    Da können sie sich bei Hollande und den übermächtigen Gewerkschaften "bedanken".
    Die Automobilindustrie wurde verstaatlicht und mit Subventionen gefüttert. Das gilt aber auch für andere Industriezweige. Und auch die Löhne/Gehälter sind höher als in Deutschland.
    Peugeot-Citroën sind heute nicht mehr wettbewerbsfähig. Sie sollten dichtgemacht werden.

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