Konzernumbau
Pharmariese Novartis will rentabler werden

Novartis will seine Investoren beschwichtigen. Die angekündigte Neuausrichtung soll für schnelle Gewinne und hohe Renditen sorgen. Novartis-Chef Jimenez verspricht vom Umbau auch ein größeres Wachstum.
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ZürichNovartis hat seinen Investoren erneut zugesichert, dass der weitreichende Konzernumbau die Gewinne des Schweizer Pharmakonzerns in die Höhe treiben wird. Zudem werde das Unternehmen nach dem Umbau stärker wachsen können, erklärte Novartis-Chef Joseph Jimenez am Mittwoch vor einer Investorenveranstaltung.

Novartis hatte im April im Rahmen eines Kurswechsels angekündigt, das Impfstoff-Geschäft an den britischen Rivalen GlaxoSmithkline zu verkaufen. Der Bereich Tiermedizin wird an den US-Konzern Eli Lilly veräußert. Zudem führt Glaxo künftig ein Gemeinschaftsunternehmen, in das Novartis sein Geschäft mit rezeptfreien Arzneien einbringt. Im Gegenzug übernehmen die Schweizer von den Briten deren Krebsmedikamente und bauen damit dieses lukrative Geschäftsfeld aus .

Unter Berücksichtigung des Umbaus hätte die bereinigte operative Gewinnmarge im Vorjahr 27,2 Prozent betragen statt 24,7 Prozent, rechnete Jimenez vor und stellte mehr in Aussicht: "Ist das die Margenerhöhung, von der ich gesprochen habe? Die Antwort ist nein", versicherte er. „Unser Ziel ist es, die Marge der Novartis-Gruppe mit der Zeit zu steigern, weil wir noch nicht damit zufrieden sind, wo sie ist. Es gibt noch Arbeit.“

Sparen will Jimenez in den drei Geschäftseinheiten Pharma, Generika und Augenheilkunde, wo Einkauf, Personalmanagement, Datenverarbeitung, Verwaltung und andere Dienste einen Kostenblock von rund sechs Milliarden Dollar darstellen. An der Börse schlug der Investorentag keine großen Wellen. Die Novartis-Aktien notierten mit 81,10 Franken leicht über dem Vortageskurs und entwickelten sich im Einklang mit den europäischen Gesundheitswerten.

Die Beteiligung am Konkurrenten Roche steht derzeit nicht zur Disposition. „Dieser Anteil ist wirklich mehr wert als den Marktpreis“, erklärte Jimenez. Gegenwärtig wolle Novartis nicht aussteigen. Novartis hatte unter dem früheren Konzern-Präsidenten Daniel Vasella knapp ein Drittel der stimmberechtigten Roche-Inhaberaktien erworben, das am Markt aktuell 11,4 Milliarden Euro wert ist. Es wurde immer wieder spekuliert, dass Novartis es im Zuge der Neuausrichtung abstößt

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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