Konzernumbau

Siemens baut weniger Stellen in Berlin ab

Entwarnung bei Siemens in Berlin: An seinem weltweit größten Produktionsstandort wird weniger Angestellten gekündigt als befürchtet. Der notwendige Umbau sei „weitgehend“ ohne Entlassungen über die Bühne gegangen.
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Der Schriftzug des Unternehmens Siemens in der Hauptstadt: Dort werden nun doch „weitgehend“ keine Stellen abgebaut. Quelle: dpa
Siemens-Gelände in Berlin

Der Schriftzug des Unternehmens Siemens in der Hauptstadt: Dort werden nun doch „weitgehend“ keine Stellen abgebaut.

(Foto: dpa)

BerlinDer Stellenabbau bei Siemens in Berlin fällt vermutlich nicht so massiv aus wie von Arbeitnehmerseite befürchtet. Siemens beschäftigt an seinem weltweit größten Produktionsstandort in Berlin rund 12.000 Menschen. Im Werk für Schaltanlagen für Stromnetze, um beispielsweise damit Kraftwerke ans Netz anzuschließen, werde der notwendige Umbau „weitgehend“ ohne Arbeitsplatz-Kürzungen angegangen, verlautete am Montag aus Unternehmenskreisen.

Als Grund wurden bevorstehende Großaufträge genannt. Darüber habe das Management am Freitag den Wirtschaftsausschuss des Konzerns informiert. Ein Siemenssprecher wollte sich dazu nicht äußern. Die Industriegewerkschaft Metall hatte im Juni mitgeteilt, 600 der 2700 Arbeitsplätze im sogenannten Schaltwerk stünden auf dem Prüfstand.

Was mal alles Siemens war
Siemens will sechs Milliarden Euro sparen
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Siemens Hausgeräte

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammen in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. Im Jahr 2013 stieg der BSH-Umsatz um 7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich Siemens aus dem Geschäft ganz zurückgezogen und die Anteile für drei Milliarden Euro an den Partner Bosch verkauft.

Siemens Gamesa
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Das Geschäft mit Windturbinen hat Siemens im Jahr 2016 mit der spanischen Firma Gamesa zusammengelegt zu „Siemens Gamesa“. An der neuen Gemeinschaftsfirma hält Siemens 59 Prozent.

Im November 2017 besuchte die britische Königin Elizabeth ein Werk des Unternehmens in Kingston upon Hull (Bild).

Siemens Hörgeräte
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Die Hörgerätetochter wollte Siemens ursprünglich an die Börse bringen. Nun verkauft der Konzern sie für 2,15 Milliarden Euro. Die neuen Eigentümer sind der schwedische Finanzinvestor EQT und die Hexal-Gründerfamilie Strüngmann. Sollte sich das Geschäft gut entwickeln, bekommen die Münchner über einen Besserungsschein noch einen Nachschlag. Siemens bleibt mit 200 Millionen Euro Vorzugskapital an der traditionsreichen Tochter beteiligt.

Osram
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Osram

„Licht ist Osram“, lautet der Werbespruch von Osram. Von 1978 bis 2013 gehörte der Hersteller zu Siemens, dann brachte der Mutterkonzern die Tochter an die Börse. Die Siemens-Aktionäre wurden beteiligt. Der Markt ist jedoch im Umbruch, die Preise für LED-Leuchten sind wegen der großen Konkurrenz unter Druck. Der Hersteller fährt deswegen einen Sparkurs und streicht Stellen.

Gigaset bilanziert zweites Quartal
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Gigaset

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset AG firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtet schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

huGO-BildID: 8061727 ** ARCHIV ** Ein Stopschild ist am 28. Sept. 2006 in Kamp-Lintfort an einer Produktionshalle des Handy-Herstellers BenQ zu sehe
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Siemens Mobile

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Das Rennen mit Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter den neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Die Firma mit etwa 7000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

huGO-BildID: 31796967 FILES - A general view of Nokia Siemens Networks in Espoo on November 23, 2011. Finnish telecom equipment maker Nokia is buying
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Siemens Networks

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an.
Siemens hatte bereits seit langem den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen gesucht. Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe das Unternehmen die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit.

Nun sollen die Kosten durch andere Maßnahmen gesenkt werden, etwa verbesserte Abläufe in Herstellung und Logistik. Keine Entwarnung gibt es bislang für die Beschäftigten im Gasturbinenwerk. Dort stehen nach Gewerkschaftsangaben 800 von 3800 Arbeitsplätzen auf dem Spiel.

Hintergrund des geplanten Stellenabbaus sind nach Konzernangaben Schwierigkeiten auf dem Markt für große Turbinen. Allein in Deutschland sollen insgesamt 5100 Arbeitsplätze wegfallen. Zu einzelnen Standorten hat sich der Konzern noch nicht geäußert.

Siemens: Umbau oder doch nur Abbau?

  • dpa
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