Konzernumbau
Siemens-Chef kennt kein Pardon

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld erhöht den Druck auf die einzelnen Sparten des Münchener Technologiekonzerns. „Wir halten konsequent an den Margenzielen fest“, sagte der Manager dem Handelsblatt. Es bleibe dabei, dass sämtliche Bereiche die geforderten Renditeziele bis spätestens April 2007 erreichen müssen.

MÜNCHEN. Derzeit liegt nur die Hälfte aller Geschäftsfelder im Plan. Doch Kleinfeld bleibt unnachgiebig: „Nur so können wir genügend Kapital schaffen, um unsere Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau neuer Geschäfte zu finanzieren.“ Die geforderten Margen orientieren sich jeweils an den besten Wettbewerbern.

Für seine Margenvorgabe muss Kleinfeld viel Kritik einstecken. Auf der einen Seite bemängelt die IG Metall die ihrer Ansicht nach einseitige Ausrichtung am Interesse der Aktionäre. Auf der anderen Seite fordern immer mehr Investoren, dass Kleinfeld noch härter durchgreift. Sie wollen erreichen, dass die renditeschwachen Bereiche schneller abgestoßen werden und es keine Frist bis 2007 gibt.

Einen ersten solchen Schritt hat Kleinfeld bereits getan, als er im Juni das hochdefizitäre Handy-Geschäft an den Taiwaner Elektronikproduzenten BenQ abgab. Zuvor hatte Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer das Geschäft jahrelang mitgeschleppt, obwohl die Vorgaben meist nicht erfüllt wurden.

Den IT-Dienstleister SBS will Kleinfeld trotz der zuletzt hohen Verluste aber vorerst nicht verkaufen. „Unser erklärtes Ziel ist, SBS wettbewerbsfähig zu machen“, unterstrich der Manager. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, SBS würde an einen Wettbewerber wie T-Systems oder Atos Origin abgegeben. Zu einem Abschluss ist es bis jetzt aber nicht gekommen. Die IG Metall fordert seit Monaten ein Konzept, wie es mit dem Bereich weitergehen soll. Das Unternehmen hält sich mit Aussagen darüber bislang zurück.

Fest steht derzeit nur, dass 5 000 Mitarbeiter gehen müssen und das Geschäft mit der Wartung von Computern abgestoßen werden soll. Kleinfeld betont, dass Siemens auch deshalb ein großes Interesse an einer erfolgreichen Sanierung habe, weil der Konzern mit seiner gesamten IT ein Kunde von SBS sei. Jeden vierten Euro erwirtschaftet SBS mit Aufträgen anderer Siemens-Geschäftsbereiche.

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