Konzernumbau

Siemens-Sparte mit 7000 Mitarbeitern auf dem Prüfstand

Der Industriekonzern Siemens baut auch Anlagen für die Stahlindustrie, eine Branche die zuletzt heftig unter einem Preisverfall gelitten hat. Siemens prüft offenbar, eine Tochter aus dem Segement abzustoßen.
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Das Siemens-Wernerwerk in Berlin: In Finnland stößt die Expansionspolitik von Siemens auf Probleme. Quelle: Reuters

Das Siemens-Wernerwerk in Berlin: In Finnland stößt die Expansionspolitik von Siemens auf Probleme.

(Foto: Reuters)

MünchenSiemens erwägt den Verkauf der Sparte VAI Metals Technologies, einem Anlagenbauer für die Stahlindustrie. Das hat Bloomberg News von drei Personen erfahren, die mit den Vorgängen vertraut sind. Vorstandschef Joe Kaeser stellt derzeit Geschäftsbereiche des Industriekonzerns auf den Prüfstand.

Die Sparte beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter, hat ihren Sitz im österreichischen Linz und wurde 2005 erworben. Laut einer Schätzung von Gael de Bray, Analyst bei Société Générale, könnte der Bereich mit 800 Millionen Euro bewertet werden. Siemens selbst veröffentlicht keine Extra-Geschäftsdaten für VAI.

Was mal alles Siemens war
Osram startet an der Börse
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Osram

Wolfgang Dehen freut sich über die Erstnotiz der Aktie der Osram Licht AG. Das Unternehmen gehörte lange Siemens und ging 2013 als eigenständiges Unternehmen an die Börse – die Siemens-Aktionäre wurden beteiligt. Der erste Kurs lag am 8. Juli 2013 bei 24,00 Euro. Derzeit fährt der Hersteller einen Sparkurs und streicht Stellen.

Siemens will sechs Milliarden Euro sparen
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Siemens Hausgeräte

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammen in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. Im Jahr 2013 stieg der BSH-Umsatz um 7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich Siemens aus dem Geschäft ganz zurückgezogen und die Anteile für drei Milliarden Euro an den Partner Bosch verkauft.

Gigaset bilanziert zweites Quartal
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Gigaset

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset AG firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtet schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

huGO-BildID: 8061727 ** ARCHIV ** Ein Stopschild ist am 28. Sept. 2006 in Kamp-Lintfort an einer Produktionshalle des Handy-Herstellers BenQ zu sehe
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Siemens Mobile

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Das Rennen mit Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter den neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Die Firma mit etwa 7000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

huGO-BildID: 31796967 FILES - A general view of Nokia Siemens Networks in Espoo on November 23, 2011. Finnish telecom equipment maker Nokia is buying
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Siemens Networks

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an.
Siemens hatte bereits seit langem den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen gesucht. Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe das Unternehmen die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit.

Employees are pictured inside a clean room of German semiconductor manufacturer Infineon in Regensburg
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Infineon

Ähnlich wie Osram erging es auch der Chipsparte von Siemens. Sie wurde aber bereits zum Höhepunkt des Börsenbooms Anfang 2000 unter dem Namen Infineon an die Börse gebracht. Zunächst hielt Siemens noch einen Großteil der Aktien, gab diese aber bis 2006 alle ab. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Infineon 3,9 Milliarden Euro Umsatz und 432 Millionen Euro Gewinn mit den auch zukünftig fortgeführten Unternehmensteilen.

Epcos-Quartalszahlen unter Erwartung
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Epcos

Im Sommer 2008 verkündete der japanische Technik-Konzern TDK den Kauf von Epcos, einer ehemaligen Siemenssparte. Der Kaufpreis betrug etwa eine Milliarde Euro. Siemens hatte den Hersteller passiver Elektronikbauteile im Jahr 1999 gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Matsushita an die Börse gebracht. Im Jahr 2012 beschäftigte Epcos etwa 23.600 Mitarbeiter. Seit 2009 ist die Firma nicht mehr an der Börse geführt.

Die Sparte wird von Siemens nichts als Kerngeschäft eingestuft, wie zwei informierte Personen berichteten. Eine Entscheidung zu einem möglichen Verkauf könnte den Angaben zufolge in der ersten Jahreshälfte 2014 fallen. In Industriekreisen wird allerdings eher nicht mit einem raschen Verkauf gerechnet. Vorstandschef Kaeser hatte klar gestellt, dass er schwächelnde Geschäfte auch einmal selbst in Ordnung bringen will, statt sie wie in der Vergangenheit am Tiefpunkt zu verkaufen. Bei VAI hatte Siemens erst vor kurzem ein neues Management installiert.

Der frühere Finanzchef Kaeser wurde Vorstandsvorsitzender, nachdem sein Vorgänger Peter Löscher innerhalb von sechs Jahren im Amt fünf Mal die Gewinnziele senken musste. Siemens hat bereits einige Geschäftsbereiche für einen Verkauf vorgesehen. Vergangenen Monat entschied sich der Konzern dazu, Teile seiner Wassertechnik-Sparte an AEA Investors für 640 Millionen Euro zu veräußern.


  • Bloomberg
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2 Kommentare zu "Konzernumbau: Siemens-Sparte mit 7000 Mitarbeitern auf dem Prüfstand"

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  • Zitat : Siemens-Sparte mit 7000 Mitarbeitern vor Verkauf

    - der Erbsenzähler Jo Käser kann nichts anderes, als Kaufen und Verkaufen.

    Good bye, Technologiekonzern !

  • Wieder eine Erfolgsstory vom deutschen Management. Wieso können unsere manager nur noch Personla entlassen, keine Qualität mehr liefern und nur nur ihre eigenen Einkommen explodieren lassen??

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