Konzernumbau

Siemens streicht weitere 4500 Stellen

Der Konzernumbau bei Siemens kostet weitere Arbeitsplätze - alleine in Deutschland will der Konzern 2.200 Stellen streichen. Auch der weltgrößte Produktionsstandort Berlin ist betroffen.
Update: 07.05.2015 - 10:15 Uhr 7 Kommentare

„Leider muss an den Mitarbeitern gespart werden"

„Leider muss an den Mitarbeitern gespart werden"

MünchenSiemens streicht wegen anhaltender Probleme im größten Geschäftsfeld Energietechnik weitere 4500 Stellen. Rund 2200 davon sollen in Deutschland wegfallen. Mit dem erneuten Jobabbau sei „der strukturelle Umbau des Unternehmens in der Hauptsache abgeschlossen“, sagte Konzernchef Joe Kaeser am Donnerstag. Mit den Maßnahmen will Kaeser vor allem die Ertragskraft im Stromerzeugungsgeschäft der Division Power and Gas verbessern. Auch margenschwache Geschäfte dürften betroffen sein.

Die neuen Kürzungspläne betreffen nach Gewerkschaftsangaben auch den weltweit größten Produktionsstandort des Konzerns Berlin. Es seien weitere 400 Stellen im Berliner Gasturbinenwerk bedroht. „Es sind nun insgesamt 800 Arbeitsplätze, die hier wegfallen sollen“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG-Metall Berlin, Klaus Abel, am Mittwoch der Nachrichetnagentur dpa. Im dem Werk in Siemensstadt arbeiten 3800 Menschen. Insgesamt beschäftigt der Konzern an seinem Gründungsort rund 12.000 Menschen. Siemens wollte sich zu einzelnen Standorten nicht äußern.

Kaeser will den Münchner Technologieriesen, der von Kraftwerken über Industrieanlagen und Züge bis hin zum Ultraschallgerät ein breites Portfolio bietet, auf die Felder Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung konzentrieren und profitabler machen. Im Geschäftsjahr 2016 soll eine Milliarde Euro gespart werden. Kaeser hatte kurz nach seinem Antritt im Sommer 2013 zwei Organisationsebenen gestrichen, für die bis dato Tausende Menschen arbeiteten. Zum Ende des zweiten Geschäftsquartals (per Ende März) zählte Siemens weltweit 342.000 Beschäftigte, davon 114.000 in Deutschland.

Die jüngsten Runden des Stellenabbaus summieren sich auf 13.100 Arbeitsplätze, wovon 5100 im Heimatland betroffen sind. In der Energietechnik war bereits die Streichung von 1200 Jobs beschlossene Sache. Im Februar kündigte der Konzern an, 7800 Stellen zu kürzen, davon 3300 in Deutschland. Nach Verhandlungen mit den Arbeitnehmern reduzierte sich diese Zahl nach Unternehmensangaben auf etwa 2900 Stellen in Deutschland.

Gewerkschafter Abel kündigte für nächste Woche bundesweite Aktionstage gegen die Pläne des Vorstands an. „Aus unserer Sicht verspielen sie die Zukunft von Siemens für kurzfristige Gewinne und steigende Aktienkurse.“ Das Management in München habe die Marktentwicklung ausgesessen, kritisierte Abel. „Die Energiewende kommt nicht überraschend.“ Gestrichen werden soll in Berlin nach Gewerkschaftsangaben vor allem in Verwaltung und Qualitätsmanagement. Zudem wolle Siemens viele Komponenten nicht mehr selbst herstellen, sondern einkaufen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

Nur kleine Randgeschäfte stehen zur Disposition
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Konzernumbau - Siemens streicht weitere 4500 Stellen

7 Kommentare zu "Konzernumbau: Siemens streicht weitere 4500 Stellen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Siemens will weitere Mitarbeiter freisetzen
    ---------------------
    Wegen schwacher Ertragsmargen sollen weitere 4.500 Arbeitsplätze abgebaut werden.
    Da werden die Aktionäre jubeln. Stellenabbau kommt bei ihnen immer gut an.
    Siemens ist quasi ein Staatsbetrieb.

  • ???

  • Der Versager Kaeser braucht die Kohle ja für sein sinnloses Öl-Explorationsexplorationsmilliardengrab, sein Nachfolger darf dann weitere Milliarden für die Rückbesinnung aufs Kerngeschäft raushauen, aber nein, das gibt es ja auch nicht mehr, dank Mutti. Und wenn jetzt die Bahn beim Korruptionskartell auch nicht mehr mitspielt und z.B seine Züge bei Hitachi ordert, dann ist Siemens bald ein Konzern ohne Geschäftsmodell

  • @R. Vogels
    So ist es halt, wenn man die Politik machen läßt was sie will; Speichel leckt und keine
    klare Kante zeigt.
    Rot-rot-grün-pädophile Ideologien, gepaart mit Muttis rundum Wohlfühlpaket, das führt zu
    DDR2.

  • Einer der Hauptgründe für das schwächelnde Geschäft mit den Gasturbinen dürfte die deutsche Energiepolitik sein.

    Die Abrißbirne, die die Regierung Merkel mit ihrer gegen die Gesetze der Physik ausgerichteten Energiewende in Stellung gebracht hat, zeigt immer mehr Ergebnisse. Frau Merkel erweist sich mittlerweile auch im Hause Siemens als Kanzlerin der Zerstörung.

    Alle Beschäftigten, die in der Kernkraftindustrie, im Bereich von sonstigen Wärmekraftwerken und in der entsprechenden Zuliefer- und Wartungsindustrie bereits ihre Arbeitsplätze verloren haben oder noch verlieren werden, sollten sich bei Frau Merkel bedanken. Sie ist die personifizierte Verwirklichung des Morgenthauplans.

  • Die politische Willkür sich über den Markt = Gesellschaft mit einen Gesetz hinweg zu setzen zeigt im Energiesektor sein wahres Gesicht!

    Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann der Betrug/Selbstbetrug (EEG) danach folgt der Mangel (Stromeinsparzwang,Stellenabbau) und zum Schluss die Armut (unbezahlbare Strompreise, bei einer mangelhaften Stromversorgung auf Kosten von hochqualifizierten und sehr gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Industrie).

  • Unmissverständlich, eindeutig, und immer nach dem gleichen Schema.
    Wenn die Erträge nicht von außen kommen, dann werden sie halt innen generiert.
    Was bezahlt Siemens an sog. Personal- u. Eunternehmensberater pro eingespartem Kopf?
    Vor 20 Jahren waren es mal mind. DM 10.000, heute sind es wahrscheinlich € 20.000 pro
    wegrationalisierter "Nase".
    Mc K. machts nicht billiger.
    Und die Votrstandschaft von diesem innovations- und intelligentslosen Hausen kassiert dafür
    auch noch ab idem es seine Vergütungen kräftig erhöht.
    Hier kommt vieles zusammen. Zu hohe Gehälter und Löhne,zu mächtige Gewerkschaften,
    keine nachhaligen Konzepte, nur schnell Kasse machen, bestechen, betrügen usw., alles was
    dem Sharholder Value halt nützen könnte. Hinzu kommt noch dass Siemens Finaznzgeschäfte
    durch die EZB vernichtet wurden, was auch gut ist.
    Also Herr Vorstandsvorsitzender rationaliesieren Sie sich weg, zusammen mit ihrer unmitatelbaren Blase.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%