Konzernumbau
Siemens will 10.000 Stellen streichen

Gut zwei Wochen nachdem Vorstandschef Joe Kaeser seine Pläne für Siemens vorgestellt hat, werden Sparpläne bekannt. Viele Jobs stehen auf dem Spiel. Eine Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat ist programmiert.
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MünchenDurch den Umbau des Siemens-Konzerns fallen rund 10.000 Arbeitsplätze weg, wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Insider berichtet. Am härtesten dürfte es den weltweit größten Siemens-Standort in Erlangen treffen, von wo aus das Unternehmen sein Industrie- und Energiegeschäft sowie die Sparte der Medizintechnik steuert. Das Energiegeschäft soll künftig von den USA aus geführt werden.

Erst vor knapp einem Jahr hatte Siemens-Chef Joe Kaeser noch ein „Bekenntnis zum Standort Erlangen“ abgelegt. Für rund 500 Millionen Euro will der Konzern in der fränkischen Stadt einen Campus bauen.

Mit einem Jobabbau rechnet die IG Metall auch in der Konzernzentrale in München. Die Gespräche der Siemens-Leitung mit den Vertretern der Arbeitnehmer über den bevorstehenden Jobabbau im Konzern haben schon begonnen. Zu den Details wollte sich Siemens auf Anfrage der Wirtschaftswoche nicht äußern.

Am Freitag hatten IG Metall und Betriebsrat von der Siemens-Führung gefordert, beim Umbau des Unternehmens ohne Entlassungen auszukommen. Auch dürfe die Veränderung von Strukturen nicht nur ein Sparprogramm sein. „Die Neuorganisation darf aber nicht lediglich ein weiteres Personalabbauprogramm als zentrales Ziel beinhalten“, sagte die neue Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn am Freitag anlässlich eines bundesweiten Aktionstages der Gewerkschaft. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich an rund 80 Standorten mehrere tausend Mitarbeiter.

Vor allem forderte Steinborn von Konzernchef Kaeser, auf Entlassungen zu verzichten. Gegen Pläne für eine straffere Struktur wehre man sich dagegen nicht. Schon seit längerem hätten die Arbeitnehmervertreter den Abbau von Prozessen und Bürokratie bei Siemens gefordert, sagte Steinborn. Mit dem Umbau will Kaeser Siemens schlanker und effizienter machen.

IG-Metall-Bundesvorstand Jürgen Kerner betonte, Siemens müsse mit allen Geschäften und allen Mitarbeitern sicher in die Zukunft geführt werden. „Die Beschäftigten dürfen nicht zur Manövriermasse wirtschaftlicher Macht und finanzgetriebener Interessen degradiert werden“, sagte Kerner, der auch im Aufsichtsrat von Siemens sitzt.

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  • Ich sehe das etwas anders. Wenn ich mir die 10k stellen im verhältnis zur gesamtmitarbeiterzahl sehe relativiert es sich wieder. Vor allem wenn man bedenkt wieviele AN sich durchschleppen lassen. Bei Bosch kenne ich recht viele AN, da könnte man sehr gut mal mit dem eisenbesen durch.

  • Tja, wenn erst die großen Konzerne und Arbeitgeber sich aus Deutschland zurückziehen, ist's bald vorbei mit der Dauer Alimentierung eines politischen Wahnsinnsprojekts.

    In den USA gibt's verfallene Stadtteile. In Deutschland auch. In Deutschland wird das nur der Political Correctness wegen verschwiegen.

  • Na ja - jetzt kommt dann die Zeitarbeit?
    Ich kann mir einfach nicht vorstellen 10000 Stellen ohne weiteres zu streichen. Die Arbeit muss gemacht werden.
    Schade - für Siemens Mitarbeiter und auch für die MA, die über die Leiharbeit reinkommen.
    Da sollte schon Staat mit so eine Idee kommen - wenn Sie schon die MA kündigen dann dürfe sie über bestimmte Zeitraum (5 Jahre)keine Leiharbeiter einstellen...

    Es ist schon eine Lösung mit Wirkung...

    LG

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